Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.2 (1854).pdf/82

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beim Erscheinen größerer Werke die Zeitschrift ausführlicher sprechen wird. Das Rondo, so klein es ist, sprudelt recht eigentlich von Geist und Witz über. Zart, naiv, klug, eigensinnig, immer liebenswürdig, scherzt es wie ein Kind herum, setzt sich uns auf den Schooß, bringt die wunderlichsten Einfälle vor, springt wieder fort – kurz man muß es lieb haben. Der Leser soll also bald mehr über dies ausgezeichnete Talent erfahren.

Das Rondeau von Chopin ist vielleicht schon im achtzehnten Jahre geschrieben, aber erst vor Kurzem erschienen. Die große Jugend des Componisten ließe sich höchstens an einigen verwickelten Stellen, aus denen er sich nicht so schnell herauszufinden weiß, errathen (so am Schluß der S. 6.), im übrigen ist das Rondo durch und durch Chopin’sch, mithin schön, schwärmerisch, voll Grazie. Wer ihn noch nicht kennt, wird am Besten mit diesem Stück den Anfang machen.

Die zwei Rondo’s von Moscheles sind für mittlere Spieler geschrieben. Wer ein Meister einmal, fasse an was er will; es hat Alles ein Ansehn. Die Rondo’s haben keinen höhern Werth, als etwa Kreidezeichnungen wie sie ein Maler mehr zur Belustigung auf Tisch und Wand hinwirft; verläugnen aber kann sich die Meisterschaft nirgends. In dieser Art erfreue sich Jedermann der kleinen Bilder.