Seite:Geschichte Dithmarschens Kolster 1873.pdf/34

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er es nicht genau verstand, wogegen Viethen lieber auch dies wörtlich angeführt hat mit dem Bekenntnis, er verstehe es nicht. Um so mehr müssen wir es bedauern, weil jene alten Quellen alle noch ungedruckt waren. Dann kann namentlich in der ältesten Geschichte getadelt werden, daß Bolten zu sehr vertraute jenen Carsten’schen Quellen, und endlich fehlt es ihm auch am rechten Sinn für die ältesten Zustände und Verfassung Dithmarschens, welches aber mehr ein Fehler der Richtung der Zeit, als Boltens eigene Schuld war[1].




Ehe wir aber mit der Darstellung der Geschichte unseres Volks selbst beginnen, möchte es wohl zur leichtern Uebersicht des Ganzen von Nutzen sein, zuvor die Hauptperioden anzugeben, nach welchen unser Stoff zu behandeln sein möchte. Von diesen wird

die erste uns führen bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts hin;

die zweite wird die Geschichte des 15. Jahrhunderts bis zum Falle der Freiheit im Jahre 1559 darstellen

und

die dritte die spätere Zeit umfassen.

Was die erste Periode betrifft, so werden wir uns in dieser verhältnißmäßig kürzer fassen müssen, da wir in dieser von historischer Gewißheit verlassen sind. Die zweite können wir als im klaren Lichte der Geschichte stehend oder, wie wir hoffen, sie dahin bringend, mit möglichst genauer Ausführlichkeit behandeln. Was die letzte betrifft, so werden wir uns wieder kürzer in derselben fassen, nicht als sähen wir die Geschichte dieses Volkes für ein Eigenthum des Alterthums an: nicht so, sondern weil in Wahrheit für diesen Abschnitt in der Geschichte des inneren Zustandes nichts urkundlich vorhanden

  1. Excurs I: Die neueren Schriften über Dithmarschen.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 15. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/34&oldid=- (Version vom 14.6.2018)