Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 02.djvu/112

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von Laudebach ist mein nam, Die ersten Bücher truckt ich zu Rom, Bitt vor mein Seel, Gott gibt dir lon, Starb 1514 auf Sankt Stephan“, kann bei dem Mangel sonstiger Nachrichten über diese Persönlichkeit vollends kein Gewicht beigelegt werden. Im Jahre 1513 erscheint dann zum ersten mal ein förmlich angenommener Universitätsbuchdrucker, Jakob Stadelberger, von dem man jedoch auch nur ein einziges Druckwerk kennt.

Die Universitätsstadt Heidelberg scheint kein für den Buchdruck und Buchhandel günstiges Terrain gewesen zu sein, denn erst 1561 zeigen sich wieder Spuren eines Druckers; in diesem Jahre druckte Ludwig Luck: „Plutarchi vitae parallelae“. Dann folgen Johann Majer, der von 1563 bis 1577 den heidelberger Katechismus, und Michael Schirat, der 1567 eine Schrift des unglücklichen Superintendenten Johannes Sylvanus (1572 wegen kirchlicher Streitigkeiten enthauptet) druckte. Gleichzeitig erscheint Martin Agricola, der aber ebenso wie Jakob Müller, 1576 bis 1583; Johann Spieß, 1582 bis 1584; Abraham Smesmann, 1589 bis 1593, nur eine geringe Thätigkeit entwickelte. Erst mit dem Jahre 1587 bis 1598 tritt die Zierde der Buchdrucker Heidelbergs in dem gelehrten Hieronymus Commelin, geboren 1560 zu Douay, auf. Seine Klassikerausgaben stehen den Estienneschen an kritischem Werte nicht nach; der größte Teil derselben trägt gar nicht den Ortsnamen, sondern einzig die Unterschrift „Apud Commelinum“ oder „Ex officina Sanctandreana“. Die letztere Bezeichnung ist aus dem Namen des Faktors der Druckerei gebildet. Mit Übergehung anderer Drucker, die zum Teil zugleich Buchführer waren, seien noch die Gebrüder Philipp und Gotthard Vögelin aus Leipzig (1599 bis 1629) genannt. Sie erhielten Druckprivilegien auf Schulbücher. Neben ihrer Druckerei in Heidelberg errichteten sie noch eine zweite in Ladenburg; aus beiden ging eine große Zahl bedeutender Schriften hervor, darunter die von Marquard Freher verfaßten. Gotthard Vögelin (sein Bruder war wohl inzwischen gestorben) erhielt 1612 die Bewilligung zum unbeschränkten Verlags- und Sortimentsbuchhandel. Aber wie seinen Vater, verfolgte auch ihn das Unglück. Bei der Erstürmung Heidelbergs durch Tilly und bei der Verheerung der Umgegend kam er um seine ganze Habe; verarmt lebte er noch 1629 mit drei Kindern zu Worms.

Die alte Reichsstadt Regensburg ist im Jahre 1485 nur mit

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 176. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_02.djvu/112&oldid=- (Version vom 1.8.2018)