Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 03.djvu/009

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dem Jahre 1481. Gelehrte Männer, wie Pomponius Laetus und Platina, waren seine Korrektoren.

Die Ewige Stadt zählte bereits bis zum Jahre 1500 nicht weniger als 199 Pressen und 23 deutsche Drucker. Bekannt gemacht haben sich unter den letztern namentlich Johann Schurener aus Boppard (1474 bis 1475), Adam Roth, Clericus aus Metz (1471 bis 1474), Eucharius Silber aus Würzburg, auch Argenteus und Franck genannt, welcher schon 1478 eine Druckerei in lebhaftem Gange hatte und 1490 die Ciceronianischen Briefe an Atticus herausgab; Stephan Planck aus Passau (1479 bis 1499), früher Drucker in Hahns Hause, und ferner Theobald Schenkbecher (1473); Johann Reynard (Reinhard ?) von Ehningen (1473 bis 1476), der als Wanderdrucker vorher auch in dem Städtchen Trevi auftrat, wo er 1470 die Buchdruckerkunst einführte. Auch Johann Gensberg (1473 bis 1474), Georg Sachsel von Reichenthal, zusammen mit Bartholomäus Goltsch von Hohenbart (1474), Johann Nikolaus Hanheymer von Oppenheim (1474 bis 1475), Bartholomäus Guldinbeck von Gultz (1475 bis 1481), Veit Pücher (1475 bis 1478), Wolfgang Gallus (1476), Johann Bremer oder Bulle (1478 bis 1479), Georg Herolt von Bamberg (1481), Johannes Hugo von Gengenbach (1482 bis 1485) und besonders noch der bereits in Basel erwähnte Johann Besiken aus Besigheim, alle diese Jünger der neuen Kunst halfen sie in Italien einbürgern.

Schon lange vor Ende des 15. Jahrhunderts hörte die Erfindung auf, ausschließlich von Deutschen ausgebeutet zu werden. Italiener, welche bei deutschen Druckern gelernt hatten, arbeiteten zunächst allerdings zu ihrer weitern Ausbildung bei diesen, associierten sich dann mit ihnen und errichteten schließlich ihr eigenes selbständiges Geschäft. Derselbe Prozeß vollzog sich, wie in Italien so auch in andern Ländern, wie in Frankreich, Spanien und Portugal.

Der Zeit nach jünger als Druckerstadt, aber an Leistungen viel bedeutender als Rom, ist Venedig. Auch hier waren es Deutsche, welche die ars teutonica einführten und ausbildeten, aber ihre Vollendung bald den Söhnen des Landes überließen.

Venedig war damals die reichste Stadt Italiens, zählte mehr als 200000 Einwohner und stand auf dem Höhepunkt seiner politischen und kaufmännischen Größe. Als alter Vermittler, namentlich des orientalischen

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 188. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_03.djvu/009&oldid=- (Version vom 1.8.2018)