Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 05.djvu/062

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Aldus druckte im Durchschnitt je 1000 Exemplare von seinen Verlagsartikeln. Ein Heiligenleben (1502), die „Bucolica“ des Baptista Mantuanus (1503), die lateinische Grammatik des Cochläus (1512) erschienen in Straßburg in je 1000 Exemplaren; 1515 ließ Heinrich Gran in Hagenau 1500 Abzüge von einem dicken Folioband lateinischer Predigten machen. Johann Amerbach veranstaltete 1502 von den Werken des Augustinus eine Ausgabe in 11 Foliobänden zu 2200 Exemplaren. Die später noch näher zu erwähnenden 7 Folianten der Bibel mit der Postille des Kardinals Hugo wurden ebenfalls 1502 von Anton Koberger in 1600 Exemplaren ausgegeben und nach Verlauf von nur zwei Jahren in einer zweiten Ausgabe von ziemlich derselben Höhe hergestellt, allerdings nur widerwillig und unter sehr eigentümlichen Umständen. In Kobergers Verlag erschienen ferner 10 Auflagen der „Sermones Discipuli“, 5 Auflagen von Gritschs „Quadragesimale“ und 6 Auflagen von Jakobs de Voragine „Historia Lombardica“. Von Heinrich Bebels Kommentarien (Sammlung von einzelnen Abhandlungen grammatischen, politischen und lexikographischen Inhalts) veröffentlichte Thomas Anshelm in Tübingen von 1503 bis 1516 13 stets vermehrte Auflagen. Daß dieses Werk, sowie die andern Schriften Bebels, für Anshelm vortreffliche Verlagsartikel gewesen sein müssen, geht aus einem Briefe des erstern an den Humanisten Hummelsberger hervor, worin er sagt, daß er durch seine Arbeiten Anshelm aus der Armut herausgerissen und sogar bereichert habe. Von Reuchlins „Augenspiegel“ wurde auf die frankfurter Herbstmesse des Jahres 1511 eine Auflage von 1000 Exemplaren gebracht. Die Gebrüder Alantsee in Wien ließen 1511 den Sallust in 1000 Exemplaren drucken. In Basel erschien 1518 das „Lexicon graeco-latinum“ des Craston in ebenfalls 1000 Exemplaren. Heinrich Gran in Hagenau veröffentlichte 1515 das „Opus concinnatorium Sanctii de Porta“ in 1500 Exemplaren; mehrere Predigtsammlungen erschienen sogar mehreremal bei ihm in einem Zeitraum von wenigen Jahren. Der Absatz der Lutherschen Schriften übertraf, wie im siebenten Kapitel angeführt werden wird, alles, was der Büchermarkt bisher erlebt hatte. Diesem bis dahin unerhörten Erfolg gegenüber trat selbst der früher so gefeierte Erasmus ganz in den Hintergrund. Noch am 17. April 1515 hatte ihm Beatus Rhenanus geschrieben, daß von den im März gedruckten 1800 Exemplaren des

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 324. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_05.djvu/062&oldid=- (Version vom 1.8.2018)