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Ussing berichtet (in der Oversigt over det Kgl. Danske Videnskabernes Selskabs Forhandlinger von 1866 S. 203, in dem französischen resumé S. 8), dass die Abdrücke vollkommen gut erhalten seien und, obgleich Rostgaard nur zu oft die Schrift mit der Feder oder dem Pinsel nachgezogen habe, so deutlich, dass man die beim Nachziehen gemachten Fehler ohne Mühe erkenne. Sie sind für Band VI des C. I. L. benutzt worden.

Das Verfahren des Abklatschens ist später, wie es scheint, für die aegyptischen und die griechischen inschriftlichen Denkmäler zuerst wieder in größerem Umfange in Aufnahme gekommen; was ich hier nicht weiter verfolge. Auch für lateinische Inschriften ist es wohl niemals ganz in Vergessenheit gerathen, aber zu systematischer Verwendung haben erst die auf Herstellung einer allgemeinen Sammlung aller lateinischen Inschriften gerichteten Bemühungen geführt, für welche seine Wichtigkeit nicht verkannt werden konnte. Mit praktischem Sinn haben daher die französischen Gelehrten, welche eine solche Sammlung unternahmen, dem Prospect ihres Unternehmens jene oben erwähnte Instruction für das Abklatschen beigegeben. Sie steht S. 33 ff. der von dem designierten Verleger des damals in Paris geplanten Corpus, Herrn Ambroise Firmin Didot, gedruckten aber nicht in den Buchhandel gegebenen Sammlung der projets et rapports relatifs à la publication d’un recueil général d’épigraphie Latine, einer Broschüre in 8. von 35 S., und ist verfasst von Hrn. Tastu, der eine Zeitlang französischer Consul in verschiedenen spanischen Häfen war und nachher in Narbonne gelebt hat. Sie ist im ganzen richtig und brauchbar, aber nicht vollständig und für alle Fälle ausreichend. In einigen Punkten weicht meine praktische Erfahrung von der des Hrn. Tastu ab; in einem besonderen, oben erwähnten Fall ist Hrn. Tastu’s Rath pervers und geradezu gefährlich.

Prof. Gildemeister verdanke ich ferner die Nachweisung eines Verfahrens, inschriftliche Denkmäler mechanisch zu reproducieren, welches der französische Orientalist Lottin de Laval sich rühmt, vor etwa fünfundzwanzig Jahren erfunden und zuerst angewendet zu haben. Eine kurze Notiz darüber wird hier am Platze sein. In seinem Reisewerk Voyage dans la Péninsule Arabique du Sinaï u. s. w. (Paris 1855–59, ein Bd. in 4. und einer, mit den Tafeln, in fol.) giebt der Verf. nur dunkele Andeutungen über sein Verfahren, welches die französische Regierung ihm abkaufte. Von den Tafeln sind weitaus die meisten einfache Lithographieen;

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Emil Hübner: Über mechanische Copieen von Inschriften. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1881, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:H%C3%BCbner_%C3%9Cber_mechanische_Copieen_von_Inschriften.djvu/24&oldid=- (Version vom 1.8.2018)