Seite:Hübner Über mechanische Copieen von Inschriften.djvu/25

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

die siebzehn letzten jedoch sind phototypische Abbildungen von Gipsabgüssen aegyptischer und arabischer Stelen mit Inschriften. In dem Reisewerk wird eine weitere Inschriftensammlung, recueil de facsimiles d’inscriptions provenant de Ninive, Babylone, Schapour, Persépolis u. s. w., als demnächst erscheinend angekündigt (mir liegt sie nicht vor) und dabei bemerkt: les monuments, reproduits en plâtre par Mr. L. de L., seront photographiés et tirés par lui même d’après des procédés nouveaux aussi surs que puissants. Zugleich erschien die folgende Broschüre: Manuel complet de Lottinoplastique, l’art du moulage de la sculpture en bas-relief et en creux, mis à la portée de tout le monde, sans notices élémentaires, sans apprentissage d’art, précédé d’une histoire de cette découverte. Paris (Dusacq) 1857, 32mo (96 S.). Es handelt sich danach um ein umständliches Verfahren, Formen in Kleistermasse herzustellen, aus welchen Gipsabgüsse gewonnen werden. Die Ergebnisse sind, wie Levy in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft Bd. 14 (1860) S. 364 ff. hervorhebt, keineswegs der Art, dass eine weitere Verbreitung der ‚Lottinoplastik‘ empfohlen werden könnte. Versuche zur Herstellung von Abdrücken, auch in Papier, aus denen dann Gipsabgüsse hergestellt werden sollten, sind nicht selten gemacht worden. Man hat dazu das Papier mit Gallerten imprägniert oder auf geeignete Unterlagen gebracht; mir liegen Papierabdrücke vor, welche durch einfaches Bekleben mit stärkerem Papier (auf ihren Rückseiten) als freilich nur sehr unvollkommene Gussformen benutzt worden sind. Die weitere Verfolgung dieses Gebietes der Technik gehört jedoch nicht zu unserer Aufgabe.

Erwähnt kann noch werden, dass die erhabene Schrift bronzener römischer Stempel (der sogenannten Bäckerstempel) nicht selten geschwärzt zum unmittelbaren Abdruck benutzt worden ist, wie viele handschriftliche Inschriftensammlungen und einige gedruckte Abhandlungen des Neapolitaners Guarini zeigen.

Empfohlene Zitierweise:
Emil Hübner: Über mechanische Copieen von Inschriften. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1881, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:H%C3%BCbner_%C3%9Cber_mechanische_Copieen_von_Inschriften.djvu/25&oldid=- (Version vom 1.8.2018)