Seite:Heinrich Brandt - Ein ernstes Wort an Herrn Friedrich Dumhof.pdf/11

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frei heraus, daß ich hinsichtlich der Liebe vor Ihrer Liebe Abscheu habe, da Ihre Liebe tödtlicher Haß ist, und verhehle es auch vor keinem Menschen, daß ich mich hinsichtlich der Liebe auch nach Luther richte, der gesagt hat: „Verflucht sey die Liebe in den Abgrund der Hölle, die auf Kosten der Lehre vom wahren Glauben sich erweis’t“, sonach jeden Gotteslästerer und Religionsspötter abschmatzt, ihm die Hände drückt und Brüderchen, liebes Brüderchen, hin und her heißt. In diesem Sinne will ich Ihnen gerne nachstehen, denn so was reimt sich nicht mit den Bibelstellen, die gewiß nicht vergeblich in der Bibel stehen: 2. Timoth. 3, 1-9. Titus 3, 10. 11. 2. Joh. V. 3. 10. 11. Also nur getrost in die Welt hinausposaunt: Der Altmühlthalpfarrer ist kein so braver Mann, wie ich Friedrich Dumhof, freichristlicher Prediger. Dafür danke ich Ihnen noch, denn sie erweisen mir damit einen wesentlichen Dienst.

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 Sie laden mich ein, Ihre gottesdienstlichen Versammlungen zu besuchen und Zeuge der vertraulichen Abendmahlsfeier zu werden. Bei dieser Zumuthung haben Sie gewiß nicht bedacht, was Psalm 1, 1. Ps. 26, 5. Amos 5, 21. 1 Mose 49, 6. geschrieben steht. Hier haben Sie auch den Grund, warum kein wahrer Christ Ihren Versammlungen beiwohnt, oder, wenn er sich einmal durch Neugierde dazu hat verleiten lassen, sich für immer mit Abscheu davon wegwendet; ja wohl, dahin gehen, wo man das „christlich“ zum Deckmantel der größten Bosheit macht, mit dem Heiligsten, was es gibt, dem Abendmahle des Herrn, ein so freches Possenspiel treibt!