Seite:Heinrich Brandt - Ein ernstes Wort an Herrn Friedrich Dumhof.pdf/15

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sind Sie denn auf meine Behauptung, daß Ihre sogenannte Religion eine grund- und bodenlose, sonach eine lügenhafte sey, nicht mit einem Wörtlein eingegangen? Daß Sie darauf schwiegen, ist selbst meinen Bauern aufgefallen. War’s Vergessenheit oder Absicht?

 Dieß mein Wort auf Ihre Erwiederung, Was meine Person anbetrifft, so dürfen Sie als Freiprediger mich mit Koth bewerfen, soviel nur immer Ihr in der Entwickelung begriffener Geist produciren kann. Das haben früher schon mehrere Maulhelden gethan, und thut es noch zuweilen ein Schulze, Wirth und Bauer, denen einmal etwas vom „Heuaufstecken“ in den Kopf gesetzt worden ist. Fahren Sie aber fort, unsere evangelisch-lutherische Kirche und deren Geistlichkeit zu verdächtigen, so werde ich nicht schweigen, und Andere werden auch nicht schweigen, die ihre Kirche noch lieb haben und ihren Stand noch achten.

 Die Leser mögen nun entscheiden, wer die Verdächtiger sind, ob die evangelisch-lutherischen Geistlichen, die Gottes ewige Wahrheit predigen, oder die Freiprediger, die ihren Lügenkram auf jede nur erdenkliche Weise bemänteln, also aus dem Verdächtigen ein Handwerk machen müssen. Dann wem Liebe und Gewissen fehlt, ob mir oder Ihnen, die Sie mit satanischer Bosheit darauf ausgehen, unsere lutherische Kirche zu schmähen und deren Diener als Dummköpfe und Schurken zu verschreien?