Seite:Hermann Bezzel - Rede bei der Beerdigung des Herrn Dr. Hermann Bechmann.pdf/3

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   Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.


In dem Herrn Christo Geliebte!

Damit für dieses nun abgeschlossene Leben die rechte Würdigung und Bedeutung gefunden werde, wollen wir es in dieser Scheidestunde in das Licht eines Abschiedswortes unseres Herrn und Meisters rücken. Wenn Er in unser Abschiednehmen und Scheiden ein Wort hineinspricht, dann muß auch der Abschied Gewinn werden, und die Er von uns abgerufen hat, sind dann wieder aufs neue mit uns verbunden. Angesichts Seines eigenen Scheidens spricht Christus zu Seinen Jüngern: „Ihr habt mich nicht erwählet, sondern Ich habe euch erwählet und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe.“ Wohl dem Knecht, den sein Herr also tun findet, wenn Er kommt; wohl dem Leben, über dessen Ausreifung Er also sprechen kann.

 „Ihr habt mich nicht erwählet“, damit fällt alle Ruhm dahin, den Menschen so gerne über einem Leben anheben möchten. „Ich habe euch erwählt“, damit geht und blüht der Ruhm auf, welcher an diesem Sarg dem Vater aller Barmherzigkeit und Gott aller Güte dargebracht werden darf, daß Er dieses Leben mit der Sonne Seiner Gnade so reichlich beschienen und mit mancherlei Gaben und Kräften seltener Art ausgestattet hat. Wiederum an dem Wort: „Ich habe euch erwählt“ fällt alle Klage dahin. Wie Er Ordnung und Gesetz stellt, wird es recht sein.