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Rechten, die beiden Schurken aufs Korn genommen – und aufschreiend wälzten sie sich in ihrem Blute.

Entsetzt über meine Aktion in zwei Fronten wichen die Angreifer, wie vor einem schauerlichen Spuk, vor mir zurück und ergriffen die Flucht.

Ich war gerettet.

Ich kletterte über die Leichen weg und verließ, nur in einen Havelock gehüllt, voller Schaudern diese Stätte des Blutes.

In dem Landstädtchen, das ich nach qualvollem Umherirren erreichte, war es mein erstes, einen Arzt aufzusuchen, um das Auge wieder einrenken zu lassen. Alle seine Bemühungen waren indessen vergeblich. Ich wandte mich an die bedeutendsten Professoren, aber auch deren Kunst war nicht imstande, mir zu helfen. Das Auge blieb an der so ungeeigneten Stelle. Der einzige Ausweg wäre ja Abschneiden der Muskeln gewesen, aber dazu konnte ich mich nicht verstehen. Man verliert doch nicht gern ein Auge.

Ich ließ mir zwei Schneidezähne aus dem Unterkiefer ausbrechen und legte in die entstandene Lücke den Muskelstrang, der auf diese Weise nicht mehr Gefahr lief, beim Sprechen oder Essen verletzt zu werden.

Dann lernte ich zu meinem Glück eines Tages meinen jetzigen Chef, Herrn Barnum kennen, der mich sofort mit einem Monatsgehalt von 10 000 Dollar auf Lebenszeit für sein Unternehmen verpflichtete.

Erst wurde ich mit Rücksicht auf die delikate Art meiner Abnormität in einer Extraabteilung nur einem Herren-Publikum gezeigt. Als aber Herr Barnum auf die

Empfohlene Zitierweise:
Hermann Harry Schmitz: Buch der Katastrophen. Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1916, Seite 229. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Hermann_Harry_Schmitz-Buch_der_Katastrophen-1916.djvu/227&oldid=- (Version vom 1.8.2018)