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gieng. 130 Aristobulus war jedoch nicht zufrieden, bloß der Gefangennahme entronnen zu sein, er nahm vielmehr jetzt seine ganze Macht zusammen und jagte damit seinen Feinden nach. Am sogenannten Papyronfluss stieß er auf sie und erschlug ihnen 6000 Mann, darunter auch Phallion, den Bruder des Antipater.

131 (4.) Als sich nun Hyrkan und Antipater der Hilfe ihrer Freunde, der Araber, beraubt sahen, setzten sie jetzt umgekehrt ihr Vertrauen auf die Feinde und nahmen ihre Zuflucht zu Pompejus, der unterdessen in Syrien eingerückt und nach Damaskus gekommen war. Mit leeren Händen zwar, aber mit jenen guten Rechtsansprüchen, die sie schon dem Aretas dargelegt hatten, traten sie vor ihn und baten ihn flehentlich, das gewaltthätige Vorgehen des Aristobulus zu cassieren und jenen auf den Thron zurückzubringen, welcher seiner Gesinnung und seinem Alter nach darauf gehöre. 132 Doch säumte auch Aristobulus nicht, ermuthigt durch den gelungenen Bestechungsversuch mit Scaurus: auch er erschien persönlich, mit seinem prächtigsten Königsornate angethan. Da er sich aber für einen Bedienten des Römers zu hoch dünkte und nicht einmal seinen eigenen Wünschen um den Preis der Erniedrigung seiner königlichen Erscheinung dienen mochte, so reiste er über die Stadt Dium wieder zurück.

133 (5.) Das nahm ihm Pompejus sehr übel, und da auch die Partei des Hyrkan ihre Bitten verdoppelte, so setzte er sich an der Spitze des römischen Heeres und zahlreicher Hilfstruppen aus Syrien gegen Aristobulus in Bewegung. 134 Als er über Pella und Scythopolis nach Koreä gekommen war, wo man zum erstenmal auf eigentliches jüdisches Gebiet stößt, wenn man mitten durch Palästina nach Jerusalem hinaufzieht, vernahm er daselbst, dass sich Aristobulus nach Alexandrium, einer ganz prächtig ausgestatteten, auf einem hohen Berge gelegenen Veste, geflüchtet habe, und ließ ihm den Befehl zugehen, herabzusteigen. 135 Dieser herrischen Aufforderung gegenüber war Aristobulus schon geneigt, eher das äußerste zu wagen, als sich zu fügen; aber wie er andererseits sein Kriegsvolk von Angst ergriffen sah, und auch die Freunde ihm zuredeten, auf die bekanntlich unwiderstehliche Macht der Römer Rücksicht zu nehmen, gab er ihnen nach und kam zu Pompejus herab, um vor ihm eingehend den rechtmäßigen Besitz des Thrones von seiner Seite zu vertheidigen und dann wieder auf die Festung zurückzukehren. 136 Von seinem Bruder eingeladen, begab er sich ein zweitesmal herab, um sich mit ihm über ihre Rechtsforderungen zu besprechen, und entfernte sich wieder, ohne von Pompejus behelligt zu werden. So zwischen Hoffnung und Furcht getheilt, stieg er das einemal herab, um durch diese demüthige Haltung dem Pompejus die

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 36. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/036&oldid=- (Version vom 1.8.2018)