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Gelde noch von den sonstigen Wertgegenständen etwas an, ja er befahl im Gegentheil gleich am folgenden Tage nach der Eroberung den Tempeldienern, das Heiligthum zu reinigen, ließ auch die herkömmlichen Opfer darbringen und setzte den Hyrkan wieder in seine hohepriesterliche Würde ein, weil er sich nicht bloß bei der Belagerung sehr dienstfertig erwiesen, sondern auch das Volk aus dem Lande, das schon mit Aristobulus gemeinschaftliche Sache im Kampfe machen wollte, von diesem abwendig gemacht hatte. Infolge dieses Benehmens zog er das Volk mehr durch Liebe als durch Furcht auf seine Seite, was man übrigens auch von einem trefflichen General erwarten konnte. 154 Unter anderen Personen, die in Gefangenschaft geriethen, war auch der Schwiegervater des Aristobulus, der zugleich sein Oheim war, aufgegriffen worden. Jene, welche die Hauptschuld am Ausbruch des Krieges trugen, ließ nun Pompejus mit dem Beile enthaupten, während er den Faustus und seine wackeren Kampfgenossen mit herrlichen Siegespreisen beschenkte. Dem Lande, wie der Stadt Jerusalem schrieb er eine Steuer vor.

155 (7.) Pompejus entzog auch der jüdischen Nation jene Städte wieder, welche sie in Cölesyrien erobert hatte, und stellte sie unter die Aussicht des für dieses Gebiet eigens bestimmten Generals, indes er die Juden auf ihre ursprünglichen Grenzen verwies. So baute er auch das von den Juden zerstörte Gadara auf die Fürsprache eines seiner Freigelassenen, namens Demetrius, der von Gadara stammte, wieder auf 156 und machte von den Juden die folgenden im Innern des Landes gelegenen Städte, soweit sie nicht schon früher von ihnen dem Erdboden gleich gemacht worden waren, unabhängig: Hippus, Scythopolis, Pella, Samaria und Marissa, außerdem noch Azotus, Jamnia und Arethusa, wie auch die Küstenstädte Gaza, Joppe, Dora und das ehemals Stratonsthurm genannte, später aber von dem König Herodes durch die herrlichsten Bauten fast neugeschaffene und neubenannte Cäsarea. 157 Alle diese Städte gab er den eingesessenen Bürgern zurück und stellte sie unter die Oberherrschaft der syrischen Provinz, deren Verwaltung er nebst Judäa und den Länderstrecken bis Aegypten hinab und bis zum Euphrat hinauf unter dem Schutze von zwei Legionen dem Scaurus anvertraute. Darauf eilte er selbst über Cilicien nach Rom, gefolgt von dem gefangenen Aristobulus und seinen Kindern. 158 Letzterer hatte nämlich zwei Töchter und zwei Söhne, von denen der eine, Alexander, auf dem Wege entspringen konnte, der jüngere, Antigonus, aber mit den Schwestern nach Rom geführt ward.

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/040&oldid=2880088 (Version vom 17.8.2016)