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Achtes Capitel.
Kampf der Römer gegen Alexander unter Gabinius, Crassus und Cassius.

159 (1.) Unterdessen machte Scaurus einen Einfall in Arabien, bei dem er zwar nach der Hauptstadt Petra wegen der schwierigen Terrainverhältnisse nicht vordringen konnte, dafür aber die Gegenden ringsumher weit und breit verwüstete. Freilich konnte auch das letztere nur unter großen eigenen Beschwerden geschehen, da das Heer Hunger leiden musste, weshalb ihm Hyrkan zu Hilfe kam und durch Antipater Proviant schicken ließ. Da Antipater mit Aretas gut bekannt war, benützte ihn Scaurus auch zu einer Gesandtschaft an den König, um diesen zu bewegen, sich mit einer Geldsumme den Krieg vom Halse zu schaffen. Der Araber ließ sich in der That bestimmen, 300 Talente herzugeben, und damit zufrieden, führte Scaurus sein Heer wieder aus Arabien fort.

160 (2.) Mittlerweile war es aber auch dem Sohne des Aristobulus, Alexander, der dem Pompejus entsprungen war, mit der Zeit gelungen, eine bedeutende Mannschaft zusammenzubringen, womit er dem Hyrkan arg zusetzte und Judäa durchstreifte. Ja er hätte aller Wahrscheinlichkeit nach bald seiner Herrschaft ein Ende bereitet, da er sogar in Jerusalem seinen Einzug halten konnte und sich schon daran wagte, die von Pompejus niedergelegte Mauer wieder aufzurichten, wenn nicht Gabinius, der nach Syrien gesandte Nachfolger des Scaurus, zu den vielen sonstigen Ruhmesblättern seiner Tapferkeit auch noch seine rasche Expedition gegen Alexander gefügt hätte. 161 Mit Besorgnis betrachtete dieser seinen Anmarsch und suchte sein Heer noch bedeutend zu verstärken, bis es auf 10.000 Schwerbewaffnete und 1500 Reiter stieg, während er gleichzeitig die strategisch wichtigsten Punkte, wie Alexandrium, Hyrkanium und Machärus gegen die Berge Arabiens hin mit neuen Befestigungswerken versah.

162 (3.) Gabinius schickte einstweilen den Marcus Antonius mit einem Theile der Truppen voraus, um mit der Hauptmacht erst später nachzukommen. Die Elitetruppen des Antipater mit den übrigen Streitkräften der Juden, die Malchus und Peitholaus befehligten, stellten sich auf diesem Zuge gegen Alexander vollständig dem Stabe des Marcus Antonius zur Verfügung. Und nicht lange, so erschien auch Gabinius mit dem eigentlichen Schlachtheer. 163 Den so vereinigten feindlichen Kräften bot Alexander gar nicht erst die Spitze, sondern wich vor ihnen zurück, ward aber, schon nahe bei Jerusalem, zum Schlagen gezwungen und musste sich, nachdem er in der Schlacht 6000 Mann eingebüßt hatte, von denen 3000 am Platze blieben,

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/041&oldid=3333222 (Version vom 1.8.2018)