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3000 aber gefangen genommen wurden, mit dem Reste in die Veste Alexandrium werfen.

164 (4.) Als nun Gabinius vor Alexandrium erschien und ein großes befestigtes Lager vor der Veste antraf, versuchte er vor dem Angriff durch die Zusicherung der Verzeihung für den früheren Abfall die Gegner zu gewinnen. Da sie aber gar keine Vernunft annehmen wollten, so machte er viele nieder und jagte die übrigen hinter die Festungsmauer zurück. 165 Bei diesem Kampfe focht namentlich der Befehlshaber Marcus Antonius mit der größten Auszeichnung, ein Mann, der sich zwar überall ruhmvoll gehalten hatte, nirgends aber so, wie hier! Gabinius ließ alsdann bei der Festung eine Abtheilung zurück mit der Aufgabe, dieselbe vollends zu nehmen, und zog selbst das Land auf und ab, um den der Zerstörung entgangenen Städten eine geordnete Verwaltung zu geben, die verwüsteten aber wieder aufzubauen. 166 Auf seinen Befehl wurden bei dieser Gelegenheit Scythopolis, Samaria, Anthedon, Apollonia, Jamnia, Raphia, Marissa, Adoreus, Gamala, Azotus und noch viele andere Städte unter dem freudigen Zulauf der betreffenden früheren Bewohner wieder bevölkert.

167 (5.) Nachdem Gabinius diesen Angelegenheiten seine Sorgfalt gewidmet hatte, kehrte er wieder nach Alexandrium zurück und betrieb die Belagerung so energisch, dass Alexander jetzt an Allem verzweifelte und einen Parlamentär an ihn abschickte mit der Bitte um Vergebung für das Vergangene und mit dem Angebot der Uebergabe jener Befestigungen, die bei ihm noch ausgehalten hatten, nämlich Hyrkanium und Machärus. Nach Annahme seiner Unterwerfung lieferte er dem Gabinius auch Alexandrium aus. 168 Alle diese Vesten ließ Gabinius, namentlich auf Betreiben von Alexanders eigener Mutter, die besorgt um das Schicksal des gefangenen Gatten und ihrer anderen Kinder in Rom den Gabinius zu besänftigen gekommen war, demolieren, damit sie nicht etwa noch einem zweiten Kriege zum Ausgangspunkt dienen könnten. 169 Alsdann führte Gabinius den Hyrkan wieder in Jerusalem ein und übergab ihm die Sorge für das Heiligthum, während er selbst die sonstige öffentliche Verwaltung auf Grund einer aristokratischen Regierungsform ordnete. 170 Er theilte ferner das ganze Volk in fünf Gerichtsbezirke: den ersten Theil schlug er zu Jerusalem, den zweiten zu Gadara, der dritte sollte nach Amathus gehören, der vierte Jericho zugewiesen sein und für den fünften Bezirk wurde Sepphoris, eine Stadt in Galiläa, als Mittelpunkt bezeichnet. Sehr gerne ließen sich übrigens die Juden nach der Befreiung von der Zwingherrschaft eines Einzigen fortan von einer aristokratischen Regierung leiten.

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/042&oldid=3333223 (Version vom 1.8.2018)