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193 (5.) Cäsar bestärkte noch den Mann durch Lobeserhebungen und glänzende Aussichten in dem Entschlusse, neue Wagnisse für seine Sache zu unternehmen. Antipater zeigte sich in allen diesen Unternehmungen als einen äußerst verwegenen Krieger und, vielfach verwundet, hatte er zuletzt am ganzen Körper die Spuren seiner militärischen Tapferkeit. 194 Als dann Cäsar nach Herstellung der Ruhe in Aegypten wieder nach Syrien kam, zeichnete er ihn mit der Verleihung des römischen Bürgerrechtes und der Abgabenfreiheit aus und machte ihn durch die sonstigen Beweise seiner Hochachtung und Freundschaft, die er ihm schenkte, zu einer wahrhaft beneidenswerten Persönlichkeit. Aus Rücksicht auf Antipater bestätigte er auch den Hyrkan in seinem hohenpriesterlichen Amte.


Zehntes Capitel.
Zwist zwischen Antigonus und Antipater, zwischen Hyrkan und Herodes.

195 (1.) Um dieselbe Zeit sollte merkwürdigerweise sogar Antigonus, der Sohn des Aristobulus, mit seinem Auftreten vor Cäsar die Veranlassung zu einer noch größeren Beförderung für Antipater werden. Anstatt nämlich sich damit zu begnügen, bloß über seinen Vater, der allem Anschein nach wegen seiner Feindseligkeit gegen Pompejus vergiftet worden war, zu wehklagen und wegen der Hinrichtung seines Bruders den Scipio der Grausamkeit zu beschuldigen, ohne in diese Gefühle des Mitleides die leiseste neidische Erregung einfließen zu lassen, erhob Antigonus vielmehr auch gegen Hyrkan und Antipater öffentlich die Anklage, 196 dass sie ihn und seine Geschwister gegen alles Recht aus dem ganzen Gebiete der väterlichen Erde verjagt, an dem Volke aber in ihrem Uebermuthe viele und maßlose Frevel verübt hätten. Auch die Hilfe im ägyptischen Feldzuge hätten sie nicht aus Anhänglichkeit an Cäsar, sondern einzig darum geschickt, weil sie wegen ihrer früheren feindlichen Haltung gegen ihn ein schlechtes Gewissen hatten und auf diese Weise die Freundschaft mit Pompejus wettzumachen suchten.

197 (2.) Bei dieser Anschuldigung warf Antipater seine Kleidung ab, zeigte auf seine zahlreichen Wundnarben hin und sagte, er brauche wohl über seine Anhänglichkeit an Cäsar kein Wort zu verlieren. Denn wenn auch das Wort verstumme, würde sein Leib dafür desto lauter aufschreien. 198 Er müsse aber seinerseits über die Keckheit des Antigonus staunen, wie denn er, der Sohn eines Römerfressers und ausgesprungenen Römersclaven, ein Mensch, dem das Arbeiten am Umsturz und das Aufruhrmachen von seinem Vater her im Blute

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/047&oldid=- (Version vom 1.8.2018)