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wenn nicht sein Vater und Bruder ihm noch rechtzeitig entgegen gegangen wären und seinen Ungestüm gebrochen hätten, indem sie in ihn drangen, seine Rachelust auf mündliche Drohungen und die Entfaltung seiner drohenden Kriegsmacht zu beschränken und ja einen König nicht anzutasten, unter dem er so hoch gestiegen sei: wenn er schon über die Vorladung zu Gerichte erbost wäre, so dürfe er doch auch den Dank für den Freispruch nicht vergessen, indem es nicht angehe, dass man einerseits wegen erlittener Unbilden gleich feindlich auftrete, auf der anderen Seite aber für die Rettung keinen Dank wisse. 215 Und wenn nun erst zu bedenken käme, dass auch das Zünglein an der Schlachtenwage vom Finger Gottes geleitet werde, so sei es eine natürliche Folgerung, dass die Ungerechtigkeit der Sache dabei viel schwerer ins Gewicht falle, als ein noch so starkes Heer. Gerade darum könnte Herodes auch in Betreff seines Sieges nicht in alleweg guter Hoffnung sein, da er ja im Begriffe stehe, sich mit einem Könige zu schlagen, der sein Busenfreund und vielfacher Wohlthäter, kein einzigesmal aber sein Gegner gewesen, außer nur insoferne, dass er einmal auf den Rath von Intriguanten ihm etwas zugefügt habe, was man nur einen Schatten von wirklicher Beleidigung nennen könne. Diesen Vorstellungen schenkte Herodes Gehör, in der Ueberzeugung, für seine Hoffnungen dadurch allein schon genug gewonnen zu haben, dass er seine Macht der Nation wenigstens einmal vor Augen geführt.

216 (10.) Während dieser Ereignisse in Judäa brachen im Gebiete von Apamea in Syrien unter den Römern selbst Unruhen aus, die zu einem Bürgerkriege führten. Cäcilius Bassus, ein Parteigänger des Pompejus, hatte als solcher den Sextus Cäsar hinterlistiger Weise ermordet und auch dessen Heer für sich gewonnen. Doch die anderen Feldherren Cäsars warfen sich zur Rache für diesen Mord mit ihrer gesammten Streitmacht auf Bassus. 217 Aus Freundschaft für den ermordeten Cäsar, wie auch für den damals noch lebenden Dictator sandte Antipater den Feldherren desselben durch seine Söhne ein Hilfscorps zu. Der Krieg zog sich jedoch in die Länge, und von Italien traf unterdessen Murkus als Nachfolger des Sextus ein.


Eilftes Capitel.
Der Cäsarmörder Cassius. Antipaters Vergiftung. Strafe des Giftmörders Malchus.

218 (1.) Um diese Zeit entstand bei den Römern jener gewaltige Kampf, der die Folge des durch Cassius und Brutus an Cäsar nach einer Regierung von drei Jahren und sieben Monaten verübten

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/051&oldid=- (Version vom 1.8.2018)