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er bei Gelegenheit der Expedition, die er unter Gabinius nach Judäa mitgemacht, bei Antipater eine herzliche Aufnahme gefunden hatte – und ernannte die Brüder zu Tetrarchen, in welcher Eigenschaft sie ganz Judäa in seinem Auftrage zu verwalten hatten.

245 (6.) Als die jüdischen Gesandten darüber offen ihren Unwillen kundgaben, befahl Antonius, fünfzehn von ihnen festzunehmen und in das Gefängnis zu werfen, willens, sie auch hinrichten zu lassen, die anderen jagte er unter Hohn und Spott davon. Darob entstand nun in Jerusalem eine noch größere Aufregung, so dass man neuerdings und diesmal gar 1000 Abgesandte nach Tyrus schickte, wo eben Antonius auf seinem Zuge nach Jerusalem verweilte. Auf deren lautes Geschrei schickte Antonius das Oberhaupt der Stadt Tyrus zu ihnen vor die Stadt hinaus, mit dem Befehle, soviele er von ihnen erwischen könnte, gleich mit dem Tode zu bestrafen, und auf diese Weise das Seinige beizutragen, um den von ihm aufgestellten Tetrarchen Respect zu verschaffen.

246 (7.) Vor ihm aber war noch Herodes mit Hyrkan nach dem Strande geeilt und redeten den Juden eindringlich zu, durch ihre unvernünftige Streitsucht doch nicht den eigenen Tod und einen Krieg über das Vaterland heraufbeschwören zu wollen. Sie geriethen aber in noch größere Wuth, weshalb Antonius Bewaffnete hinausschickte, die eine Menge Juden niederhieben, eine Menge verwundeten. Die Gefallenen wurden übrigens von Hyrkan mit einem anständigen Begräbnis, die Verwundeten mit entsprechender Pflege bedacht. 247 Trotzdem gaben jene, die noch glücklich davongekommen, keine Ruhe, sondern erregten in Jerusalem einen solchen Lärm, dass Antonius, darüber erbittert, auch die Verhafteten hinrichten ließ.


Dreizehntes Capitel.
Einfall der Parther im Bunde mit Antigonus. Gefangennahme des Phasaël und Hyrkan. Flucht des Herodes. Verstümmlung des Hyrkan. Tod des Phasaël.

248 (1.) Zwei Jahre darauf, zur Zeit, da der parthische Satrap Barzapharnes mit dem königlichen Prinzen Pakorus Syrien bereits in die Gewalt der Parther gebracht hatte, suchte Lysanias, der damals schon das Reich seines verstorbenen Vaters Ptolemäus, des Sohnes von Mennäus, übernommen hatte, den genannten Satrapen durch das Angebot von 1000 Talenten und 500 Haremsfrauen für den Plan zu gewinnen, Antigonus wieder auf den Thron zu bringen und Hyrkan zu beseitigen. 249 Pakorus ließ sich darauf ein und gab, indes er selbst längs des Meeresgestades hinzog, dem Barzapharnes

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 57. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/057&oldid=- (Version vom 1.8.2018)