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550 (6.) Herodes verstand aber unrecht und ließ den Tiron sammt den Officieren vor ein allgemeines Volksgericht stellen, um so das Volk selbst gegen sie aufzubieten. Sie wurden denn auch an Ort und Stelle mit dem Barbier unter einem Hagel von Knüttelhieben und Steinen massacriert. 551 Jetzt ließ er auch seine Söhne nach dem von Cäsarea nicht allzuweit entfernten Sebaste bringen und gab den Befehl, sie dort zu erdrosseln. Er wurde alsbald vollzogen. Die Leichen ließ Herodes in die Veste Alexandrium hinaufschaffen, um sie dort neben Alexander, ihrem Großvater von mütterlicher Seite, zu bestatten. So traurig mussten Alexander und Aristobulus enden!


Achtundzwanzigstes Capitel.
Antipater der Gegenstand des allgemeinen Hasses. Gunst des Herodes gegen die Waisen der Prinzen. Antipater durchkreuzt auch ihre Aussichten. Eheliche Verbindungen des Herodes. Neue Ehe der Salome.

552 (1.) Antipater besaß jetzt allerdings die unbestrittene Thronfolge, aber es war auch der Hass von Seite des jüdischen Volkes gegen ihn zu einer Höhe gestiegen, die jeden Augenblick einen Ausbruch befürchten ließ, da es allgemein bekannt war, dass er alle Intriguen gegen die Brüder angesponnen hatte. Allmählig überkam ihn auch keine geringe Besorgnis bei der Wahrnehmung, wie die Kinder der Gerichteten immer mehr emporblühten. Alexander hatte nämlich von der Glaphyra zwei Söhne, Tigranes und Alexander, Aristobulus aber von der Berenice, der Tochter Salomes, die Söhne Herodes, Agrippa und Aristobulus, ferner die Töchter Herodias und Mariamne erhalten. 553 Was Glaphyra angeht, so hatte sie der König Herodes nach der Hinrichtung ihres Gatten Alexander unter Zurückgabe ihrer Aussteuer wieder nach Kappadocien heimgeschickt. Berenice, die Gattin des Aristobulus, gab er nunmehr dem Oheim des Antipater von mütterlicher Seite zur Ehe und zwar auf Betreiben des Antipater, welcher durch diese Verbindung die mit ihm zerfallene Salome wieder gewinnen wollte. 554 Auch den Pheroras umschmeichelte Antipater mit Geschenken und anderen Liebenswürdigkeiten, nicht minder die Günstlinge des Kaisers, denen er nicht unbedeutende Geldsendungen nach Rom übermittelte. Aber erst gar Saturninus und seine Beamten in Syrien – diese schwammen alle förmlich in Geschenken, die sie von Antipater erhielten! Aber gerade seine Spenden waren es, die ihn noch mehr verhasst machten, weil man merkte, dass es nicht eine aus Edelmuth kommende Freigebigkeit, sondern eine von der Furcht dictierte Ausgabe war. 555 So musste es ganz natürlich geschehen, dass die Beschenkten darum um

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/115&oldid=- (Version vom 1.8.2018)