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Anklage auf Empörung nur damit zurückweisen, dass ihr die Hallen wieder an die Burg anbauet und die Abgaben entrichtet. Gehört ja doch die Antonia bis zur Stunde noch nicht dem Florus, noch ist es Florus, dem eure Steuergelder zufließen.“


Siebzehntes Capitel.
Vorübergehender Erfolg der Rede. Neue Missstimmung des Volkes. Ueberrumpelung von Masada. Eleazar, der Tempelhauptmann. Das Opfer für den Kaiser abgeschafft. Agrippa sendet der Friedenspartei Truppen. Die Rebellen dringen mit Hilfe der Sicarier in die Oberstadt. Eroberung der Antonia. Manaim verstärkt die Rebellen. Belagerung des Königshofes. Abzug der Königlichen. Tod des Ananias. Sturz des Manaim. Verrätherische Niedermetzlung der römischen Besatzung.

405 (1.) Durch diese Ansprache wieder umgestimmt, begab sich das Volk mit dem König und der Berenice zum Tempel hinauf und nahm den Aufbau der Säulenhallen in Angriff, während sich die jüdischen Behörden und die Mitglieder des hohen Rathes in die einzelnen Ortschaften vertheilten, um die Steuern zusammenzubringen. In einer Schnelligkeit waren die vierzig Talente, die noch ausständig waren, hereingebracht, 406 und damit hatte Agrippa, für den Augenblick wenigstens, den drohenden Ausbruch des Krieges verhütet. Als er aber dann auch den Versuch machte, die Menge zu bereden, dass sie sich den Befehlen des Florus solange noch fügen möge, bis der Kaiser ihn durch einen anderen abgelöst hatte, da nahm die Erbitterung wieder dermaßen zu, dass Schmähungen auf den König laut wurden, und man offen die Entfernung desselben aus der Stadt verlangte. Ja einige aus der Rebellenpartei waren so keck, dass sie Steine nach dem König warfen. 407 Da der König wohl einsah, dass nichts mehr die aufständische Bewegung aufzuhalten vermöge, und er sich selbst auch nicht mehr ruhig in den Koth treten lassen wollte, so schickte er noch die Behörden mit den jüdischen Größen zu Florus nach Cäsarea, damit er aus ihrer Mitte die Männer bestimmen möchte, die künftig die Steuern vom Lande einheben sollten, und zog sich auf sein Königreich zurück.

408 (2.) Unterdessen verbanden sich einige von denen, die da alle Hebel zur Herbeiführung des Krieges in Bewegung setzten, zu einer gemeinsamen Unternehmung gegen eine Veste, namens Masada. Durch einen Handstreich bemächtigten sie sich in der That der Festung, ließen die römische Besatzung über die Klinge springen und setzten an deren Stelle ihre eigenen Leute. 409 Gleichzeitig damit gelang es auch am Tempel dem Eleazar, dem Sohne des Hohenpriesters Ananias, einem höchst verwegenen jungen Menschen, der damals eben Tempel-

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 201. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/201&oldid=- (Version vom 1.8.2018)