Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/244

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und Gut der Landesbewohner plünderten, die waffenfähige Mannschaft regelmäßig niedermetzelten, die schwächeren Leute aber zu Sclaven machten. 63 Ganz Galiläa war ein Blut- und Feuermeer, und es gab kein Leid und kein Unglück, das es nicht verkosten musste. Nur eine einzige Zuflucht hatten die gehetzten Bewohner: die von Josephus in Vertheidigungszustand gesetzten Städte.

64 (2.) Unterdessen war Titus mit einer für die Winterszeit außerordentlichen Schnelligkeit von Achaja nach Alexandrien hinübergefahren und hatte die Heeresmacht, um die er geschickt worden war, daselbst übernommen. In forcierten Märschen kam er dann rasch nach Ptolemais. 65 Hier traf er seinen Vater und schloss sich mit den zwei ihn begleitenden hochberühmten Legionen, der fünften und der zehnten, an die von Vespasian geführte fünfzehnte Legion an. 66 Den Legionen folgten achtzehn Cohorten, wozu noch fünf von Cäsarea nebst einem Reitergeschwader und fünf andere Geschwader syrischer Reiterei kamen. 67 Von den Cohorten hatten zehn eine Stärke von je 1000 Fußsoldaten, die übrigen dreizehn eine Stärke von je 600 Fußgängern und 120 Reitern. 68 Auch von Seiten der Könige war ein zahlreiches Bundesheer aufgebracht worden, nämlich von Antiochus, Agrippa und Soämus, von denen ein jeder 2000 Bogenschützen zu Fuß und 1000 Reiter beigestellt hatte, während der Araber Malchus 1000 Berittene nebst 5000 Fußgängern, worunter der Großtheil Bogenschützen, geschickt hatte. 69 Alle Streitkräfte zusammengenommen betrugen demnach, mit Einschluss der königlichen Truppen, Reiter sowohl als Fußvolk, 60.000 Mann. Nicht mitgezählt ist dabei der Tross von Dienern, die in großer Masse den Anhang zum Heere bildeten, obschon sie in Anbetracht ihrer militärischen Schulung, die sie mit dem eigentlichen Kriegsheer theilten, von dem letzteren nicht wohl zu trennen sind. Da sie nämlich schon zu Friedenszeit regelmäßig zu den Uebungen ihrer Herren herangezogen werden und dann auch in den Fährlichkeiten des Krieges ihnen zur Seite stehen, so brauchen sie in Hinsicht auf Erfahrung und Spannkraft des Leibes mit Niemand, die Herren ausgenommen, einen Vergleich zu scheuen.


Fünftes Capitel.
Beschreibung des römischen Heerwesens.

70 (1.) Schon an dieser eben besprochenen Handlungsweise muss man die Vorsorge der Römer bewundern, die sich ihre Dienerschaft nicht bloß für die Dienste des gewöhnlichen Lebens, sondern auch für die Verwendung im Felde abrichten. 71 Wirft man aber dann erst einen Blick

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 244. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/244&oldid=- (Version vom 1.8.2018)