Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/280

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und den Herrscherstab in seinem Hause ihm auch durch andere Zeichen noch vorbedeuten ließ 405 Uebrigens fand Vespasian die Verlässlichkeit des Josephus noch aus anderen Fällen bestätigt. Bei jener geheimen Verhandlung hatte nämlich der eine von den zwei Freunden Vespasians, die derselben anwohnten, die Bemerkung gemacht, dass er es höchst seltsam finde, warum Josephus weder den Bewohnern von Jotapata die Eroberung ihrer Stadt, noch sich selber die Gefangennahme habe weissagen können, und dass er schon darum seine ganze Prophezeiung für leeres Gerede halten müsse, ausgesonnen in der Absicht, um das Gewitter über seinem Haupte zu verscheuchen. 406 Auf das hin theilte Josephus Folgendes mit: „Ich habe auch in der That den Jotapatenern vorausgesagt, dass nach 47 Tagen ihre Stadt erstürmt werden würde, und dass ich selbst lebendig den Römern in die Hände fallen werde.“ 407 Vespasian ließ darauf insgeheim bei den Gefangenen Umfrage halten und fand alles bestätigt. In der Folge begann er auch der auf ihn bezüglichen Weissagung Glauben zu schenken. 408 Zwar erließ er dem Josephus weder Haft noch Banden, aber er gab ihm eine kostbare Kleidung und andere Wertsachen und behandelte ihn von da an stets mit ausgesuchter Freundlichkeit und Aufmerksamkeit. Auch an diesen Gunstbezeigungen hatte wieder der Einfluss des Titus seinen ganz besonderen Antheil gehabt.


Neuntes Capitel.
Vespasians Rückkehr noch Cäsarea. Fall von Joppe. Die Wirkung der Eroberung Jotapatas auf Jerusalem. Vespasian in Cäsarea Philippi. Übergabe von Tiberias.

409 (1.) Am vierten des Monates Panemus kehrte Vespasian nach Abbruch des Lagers mit dem Heere wieder nach Ptolemais zurück und zog von da nach Cäsarea am Meere, das eine der bedeutendsten Städte in Judäa und zum größeren Theile von Griechen bewohnt ist. 410 Sowohl Heer als Feldherr fanden bei den Bewohnern den begeistertsten und zuvorkommendsten Empfang, was in ihrer Anhänglichkeit an die Römer, ganz besonders aber in ihrem Hasse gegen die Besiegten seinen Grund hatte. Dieser Hass machte sich auch unter den dichtgedrängten Scharen in den lautesten Schmähungen gegen Josephus Luft, dessen Hinrichtung man offen begehrte. 411 Vespasian hatte für die diesbezügliche Forderung einer unreifen Menge nur ablehnendes Schweigen. 412 Zwei Legionen quartierte er dann für den Winter in Cäsarea ein, weil die Stadt, wie er sah, für Winterquartiere ganz geschaffen war, die fünfzehnte Legion aber in Scythopolis, um nicht der Stadt Cäsarea durch die Aufhalsung des ganzen Heeres allzustark

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 280. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/280&oldid=- (Version vom 1.8.2018)