Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/41

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Sobald er seine Augen mit diesem Schlangenwasser rieb, konnte er alle verborgene Dinge sehen; wenn er seinen Zeigefinger damit bestrich und dann auf eine Person deutete, so wurde diese behext. Nun legte er einige Kräuter, aber keine giftigen, in das Wasser des Schlangenbehälters; sobald er später mit dieser Flüssigkeit seine Zunge benetzte und dann ausspuckte, wurde es hell um ihn her. Auch konnte er sich damit unsichtbar machen und in eine Schlange verwandeln. Jeder Pfeil, den er damit bestrich, traf.

Die Dakota-Indianer nennen den Zauberer wicahmunga, d. h. „einer, der magische Pfeile oder Kugeln schießt.“[1]

Wenn die St. Regis-Indianer jemanden krank machen wollten, so treiben sie einen Holznagel in den Erdboden oder in einen Baumstamm, und ihr Opfer lebt so lange, wie jener Nagel dauert.

Unter den Schawanos standen anfangs letzten Jahrhunderts einige Propheten auf, welche Kindergeschichten aus dem Geisterlande erzählten, gegen Trunkenheit und Hexerei predigten und mehrere Zauberer, sowie eine alte Zauberin verbrennen ließen.[2] Letztere wurde, da sie ihren Zaubersack durchaus nicht ausliefern wollte, vier Tage lang über ein Feuer gehalten; doch erst kurz vor ihrem Tode sagte sie, ihr Enkel besitze denselben. Letzterer wurde nun geholt und gefesselt; er erklärte, daß er einstmals den Zaubersack seiner Großmutter geborgt, mittelst desselben in einer Nacht über den Mississippi und wieder zurück geflogen sei und ihn dann der Eigentümerin wieder gegeben habe. Nach diesem Geständnis wurde er mit einem Tomahawk erschlagen und dann verbrannt.

Auch unter den Eingebornen von Neumexiko ist der Glaube an die Hexen allgemein. Niemand wagt es dort, den Haß der Hexe herauszufordern oder ihr eine Bitte abzuschlagen; niemand ißt von der Speise, die ihm eine Hexe anbietet, denn er fürchtet, dieselbe würde sich in seinem Körper in Nagetiere verwandeln. Am Tage haben


  1. A Dacota English[WS 1] Dictionary. By St. Riggs. Edited by J. O. Dorsey. Washington 1890.
  2. J. Mooney, Ghost-Dance Religion. Washington 1876. Bureau of Ethnology.
  1. Vorlage: Englich