Seite:Knortz - Hexen, Teufel und Blocksbergspuk in Geschichte, Sage und Literatur.pdf/67

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Out of France into Spain,
And then he whipped them back again.

Faust war eine historische Persönlichkeit; er lebte zur Zeit der Reformation, an der er nicht den geringsten Anteil nahm, und führte als Zauberer und fahrender Scholast ein unstetes Wanderleben. Besonders stand er durch seine magischen Künste beim ungebildeten Volke in hohem Ansehen. Sobald ihm Entlarvung oder Gefängnis drohte, machte er sich schnell aus dem Staube. Melanchthon erwähnt seiner als eines Schwarzkünstlers, so auch Luther in seiner Tischrede (Ausgabe vom Jahre 1570). Schon frühe bemächtigte sich seiner die Volkssage und dichtete ihm die abenteuerlichsten und lächerlichsten Geschichten an. Mit Hilfe eines ihn begleitenden Hundes, der entweder ein Geist oder der Fürst der Hölle war, rote Augen hatte und sein Aussehen nach Belieben verändern konnte, führte er die erstaunlichsten Kunststücke auf. Er betrog die Leute und hielt sie zum Narren, quälte die Meßpfaffen, trank den Bischöfen die Weinkeller leer, fraß einen mit Heu beladenen Wagen, prellte einen Juden um sein Geld, zaubert einem Ritter ein Hirschgeweih an den Kopf, sorgte dafür, daß es seinen Freunden nicht an den seltensten Speisen und Getränken fehlte und machte auf seinem Mantel Luftreisen mit größerer Sicherheit und Schnelligkeit, als Graf Zeppelin und seine Nachfolger.

In dem ältesten von Spieß herausgegebenen Faustbuche, das Marlowe bei der Ausarbeitung seiner früher erwähnten Tragödie benutzte, verschwor sich der Held dem Teufel, um den Kreis seiner Kenntnisse zu erweitern und das Unerklärliche zu begreifen, was nach den Ansichten des Mittelalters ohne die Anwendung der Magie oder der schwarzen Kunst nicht möglich war. Dies behauptete auch der in der Reformationszeit wirkende Agrippa von Nettelsheim in seinem Werke „De occulta philosophia“, in welchem er seinen Glauben an die Wirkungen der Zaubersprüche Ausdruck verlieh und die Behauptung aufstellte, daß der Mensch durch eine mystische Vereinigung mit Gott Dinge zu tun vermöge, die sonst nur die Hexe durch Hilfe des Teufels bewerkstelligen könnte. Später kam er allerdings zu der Überzeugung, daß es überhaupt