Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/20

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der Städteordnung im Jahre 1833 der Magistrat von dem Besitzer ab, dem auch alle Bewohner der Stadt bis dahin erbunterthänig waren, und mancherlei Dienste leisten, oder Abgaben entrichten mußten.

Um in den unruhigen Zeiten die Bürger vor plötzlichen Ueberfällen von beutelustigen Raubrittern und andern muthwilligen Fehdern zu schützen, hatte man die Stadt mit einem Graben und wohl auch mit Pfahlwerk umgeben. Die Benennung einer Straße „der Graben“ beweiset dies hinlänglich. Indeß konnte eine so schwache Befestigung nur kleinen Schaaren, nicht aber den geordneten Haufen der tapfern und wilden Hussiten widerstehen. Im Juni 1427 eroberten sie die Burg, wie die Stadt, verbrannten beide, und zogen mit Beute beladen davon. Der Ort wurde gewiß, da etwas ruhigere Zeiten eintraten, von den unglücklichen Bewohnern wieder aufgebaut, und das Schloß, wenigstens das auf der Höhe gelegene, wieder hergestellt. Allein schon am 29. März 1489 wurde der ganze Ort, bis auf die Kirche und den Hof, ein Raub der Flammen. Am 6. October 1518 traf dasselbe Schicksal die ganze Stadt, indem von dem brennenden herrschaftlichen Hofe in Tormersdorf bei heftigem Ostwinde brennende Dachschoben in die Stadt flogen, und hier zündeten. Kirche und Schloß brannten mit aus, und nur neun Scheuern blieben vom Feuer verschont. Am 20. März 1608 brannte, bis auf das Schloß, der ganze Ort nieder. Das Feuer war angelegt. Am 15. Juli 1613 ging die Hälfte der Stadt in Feuer auf. Beim Diaconus Caspar Fünfstück war Feuer angelegt. Am 8. Juni 1614 traf dasselbe Unglück das ganze Städtlein durch Brandstiftung. (Eine