Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/21

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und dieselbe Frau war dieses Mal und im folgenden Jahre die Brandstifterin. Sie hatte außerdem ihren Vater ermordet und zwei Kinder umgebracht. Wegen dieser vielen Verbrechen wurde sie am 19. August 1614 zu Rothenburg verbrannt.) Welche Leiden der schreckliche dreißigjährige Krieg gebracht, ist nicht besonders angemerkt; allein es ist zu vermuthen, daß es dieselben gewesen sind, welche wir von andern Orten hören, Plünderung (so 1631 durch die Kroaten), Brand, Mord, Unsicherheit, Mißhandlungen, Hungersnoth, Seuchen u. s. w. und es mochte am Ende des Krieges das ganze Städtlein ziemlich verödet sein, zumal 1640 der ganze Marktplatz, zusammen 41 Häuser, abbrannte, und 1650 fast der ganze Ort wieder von den Flammen verzehrt wurde. Es schien indeß für Rothenburg eine bessere Zeit zu kommen, als Schlesier, die als Bekenner des reinen Evangeliums aus ihrem Vaterlande vertrieben waren, sich hieher wandten und den Ort wieder aufbauten. Am 10. Mai 1679 verzehrte eine Feuersbrunst wieder 10 Häuser; den 22. Februar 1689 sanken 50 Häuser in Asche, die Kirche und die Priebusser Gasse blieben verschont, und am 8. Juni 1714 wurde die ganze Stadt ein Raub der Flammen, ein Schicksal das sie hundert Jahre früher an demselben Tage getroffen hatte. Am 25. October 1764, nachdem die Wunden, welche der siebenjährige Krieg durch Lieferungen, Einquartirungen u. s. w. geschlagen hatte, noch nicht geheilt waren, entstand durch Unvorsichtigkeit beim Flachsdörren eine schreckliche Feuersbrunst, welche 74 Häuser und 13 Scheuern in Asche legte. Kirche, Schloß, Pastorat und 24 Häuser blieben verschont. Doch noch furchtbarer wüthete die Flamme am 21. Juni 1798, wo auch die