Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/22

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Kirche, der Thurm, die gistlichen Amtswohnungen und die Wirthschaftsgebäude des Dominiums in Feuer aufgingen, und zwei Menschen ihr Leben verloren. Das Feuer war beim Böttchermeister Eichler ausgekommen. Von der ganzen Stadt stand nichts mehr als das Schloß, 18 Häuser und einige Scheunern; 10 andre Häuser standen nur noch theilweise, indem sie vom Feuer sehr beschädigt waren. Durch freundliche Unterstützungen von nah und fern ward es möglich, das Städtlein nach und nach, und zwar größtentheils ganz massiv, aufzubauen; die Kirche wurde 1805 wieder eingeweiht, und ihr auch seit dem Jahre 1838 ein Thurm mit drei schönen Glocken angebaut. Die Kriegsjahre 1812–1815 brachten der Leiden viele, wie schon im Anfange dieses Jahrhunderts die schwere Theurung; Nerven- und Lazarethfieber forderten in jenen Jahren, besonders 1813, zahlreiche Opfer, und Lieferungen und Einquartirungen nahmen kein Ende.

Der Frieden brachte endlich Ruhe und Sicherheit zurück, und Rothenburg, das mit der gesammten Ober-Lausitz seit 1635 dem Sächsischen Churhause erblich gehört hatte, wurde mit einem großen Theile derselben dem Königreiche Preußen einverleibt. Seitdem hat sich Rothenburg, da es von größern Bränden verschont blieb, sehr erholt, und es gewinnt in jedem Jahre an Größe und Wohlstande. Rothenburg wurde der Sitz eines Königl. landräthlichen Amtes, eines Kreis-Steuer-Amtes, eines Kreis-Physici, und eines Kreis-Chirurgi; auch ist eine Königl. Post-Expedition hier errichtet, und mehrere Königl. Steuerbeamten sind hier angestellt. Auch das Gerichts-Amt trägt zur vermehrten Nahrung des Städtchens bei. Seit 1835 sind die Dienste der Bürger gegen Geldrente