Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/23

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abgelöst, die ganze Stadt ist seit 1833 aus der Erbunterthänigkeit entlassen, und die Preußische Städteordnung von 1808 eingeführt. Sie wählt nun ihren Magistrat, bestehend aus einem Bürgermeister, Kämmerer und 4 Rathsherrn selbst, hat ein Collegium der Stadtverordneten unter einem Vorsteher, und übt selbst die Polizei in der Stadt aus.

Außer den 2 Jahrmärkten, welche die Stadt schon früher besaß, ist ihr noch ein dritter seit 1834 verliehen, und alle dreie sind mit einem Viehmarkte verbunden worden. Die Töpferei in der Stadt hat an Ausdehnung gewonnen, die in Tormersdorf angelegte Steingutfabrik bringt viel Geld in Umlauf – kurz, die Stadt hebt sich täglich mehr, und würde noch rascher sich heben, wenn die beabsichtigte Chaussee von Görlitz in die Nieder-Lausitz durch Rothenburg geführt würde. Dann könnte es bald sich von allen Unfällen erholen, und wie äußerlich die Spuren seines frühern Elends verwischt sind, so würde auch vermehrter Wohlstand – mit dem aber weise Sparsamkeit und reger Fleiß Hand in Hand gehen müßten – die Stadt bald aus ihrer Unbedeutendheit erheben, und ihr unter den Landstädtchen der Ober-Lausitz den ihr gebührenden Platz anweisen.

Im Jahre 1490 wurde dem Caspar von Nostitz für seinen offenen Markt Rothenburg vom König Wladislaus von Böhmen ein, jeden Mittwoch abzuhaltender, Wochenmarkt verliehen. Wie lange dieser gehalten worden, ist ungewiß; doch ist er gewiß schon beim nächsten Brande eingegangen. 1813 wurde er wieder eine Zeit lang gehalten, namentlich als Getreidemarkt, doch beim Sinken der Kornpreise hörte er bald wieder auf. Im Jahre 1839 wurde mit Genehmigung