Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/36

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auf Hoyerswerda, im September 1467, und gegen Herzog Johann von Sagan, welche es beide mit dem Könige hielten. Die beiden letzten Züge machte Caspar von Nostitz mit. Nach 1472 kömmt er als Hauptmann von Görlitz und Budissin vor. Als die Oberlausitzer 1474 dem Könige Matthias Hülfstruppen nach Schlesien schickten, war Caspar von Nostitz ihr vorzüglichster Anführer, und versprach der Stadt Görlitz, die von Wladislaus von Polen, wegen ihrer Anhänglichkeit an König Matthias, bedroht wurde, ihr bis an seinen Tod beizustehen. Als im October desselben Jahres der Landvoigt der Ober-Lausitz, Herzog Friedrich von Liegnitz, u. A. dem Könige Matthias ein großes Hülfsheer nach Meseritz in Polen führten, befehligte Caspar von Nostitz den zahlreichen Adel aus der Ober-Lausitz, und that den Polen vielen Schaden.

Sein herannahendes Alter mochte ihn mit Sehnsucht nach Ruhe erfüllen. Er legte daher um diese Zeit seine Aemter nieder, und widmete sich, wie es scheint mehr der Besserung seiner Güter, und dem Wohle seiner Unterthanen; auch sorgte er nach damaliger Sitte für seine Seele durch Schenkungen und Vermächtnisse an Kirchen und Arme. Im Jahre 1479 überließ er das Kirchenlehen zu Hänichen, welches bis dahin dem jedesmaligen Besitzer von Rothenburg gehört hatte, dem Rathe zu Görlitz, der damals Hänichen an sich gebracht hatte. Im Jahre 1484 stiftete er auf den Fall seines Todes ein Seelgeräthe, damit er bald aus dem Fegfeuer erlöset würde. Im Jahre 1490 verschaffte er seiner Stadt Rothenburg vom Könige Wladislaus das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten. (Vgl. Urk. 1.) – Die Stadt muß