Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/70

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Christi in der Pfarrkirche zu Rothenburg, welches einst Caspar von Nostitz in Lauban gemacht hatte. Noch jetzt werden die Zinsen mit 7 Rthlr. 18 gGr. 8 Pf. davon entrichtet. Zu diesem Gestift widmete Caspar von Nostitz noch 2 Mark Wasserzins zu Neundorf und Tormersdorf, und später noch eine in der Aue gelegene Wiese, „der Pfaffenwinkel“ genannt. Den Wasserzins lösten die damaligen Besitzer mit 20 und 30 Mark ab, und die Wiese ist seit 1833 an das Dominium Rothenburg für eine jährliche Summe von 20 Thalern vererbpachtet. Auch Barbara von Rabenau, Heinrich von Nostitz des Aeltern zu Noes, Wittwe überwies 50 Mark zur Unterhaltung des Capellans. Dies Kapital ist später auf zwei Bauerngüter in Noes gelegt, welche es noch verzinsen. Im Jahr 1579 oder 1580 löste der Oberpfarrer den freien Tisch, welchen er dem Diaconus zu gewähren hatte, mit jährlichen 20 Scheffeln Korn und 20 Scheffeln Hafer ab, und so ist es bis jetzt geblieben.

Ueberdies wurden beim Diaconus zu seinem Einkommen die Hälfte der Opferpfennige, alle Accidentien von nicht-eximirten Personen, und bei Begräbnissen die Abdankungen und Parentationen zugewiesen. Zugleich ist er Pastor in Sänitz, wo er in der Regel alle 14 Tage Gottesdienst hält. In Rothenburg hat er, wenn er nicht in Sänitz ist, Beicht zu halten, zu taufen, zu trauen etc. Vormittags die Liturgie, und Nachmittags den ganzen Gottesdienst zu besorgen; er hat abwechselnd mit dem Oberpfarrer die Fastenpredigten, so wie die Christ- und Osternacht zu halten. Auch besorgt er allein den Unterricht der Confirmanden und die Confirmation.