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Stapel – Stavenhagen


(gleiche Buchstaben bezeichnen Zeilen mit gleichem Reim).

Stapel, 1) in best. Ordnung vollzogene Anhäufung v. Gegenständen zwecks Lagerung; 2) in Trocken- u. Schwimmdocks mechanisch verstellbare, gußeiserne Klötze, auf denen Schiffe erbaut od. ausgebessert werden; daher S.lauf; 3) Faserlänge d. Spinnstoffe.

Stapel, Wilh., * 1882; Hrsg. der Ztschr. „Dt. Volkstum“.

Stapelia (Aaspflanze), Fettpflanzen des Kaplandes, mit vier- od. fünfkantigen, fingerdicken Stengeln.

Stapelrecht (Stapelfreiheit, Niederlags-, Staffelrecht), früher Recht mancher Städte, daß fremde Kaufleute ihre mitgeführten Waren zum Verkauf ausstellen mußten; im 19.Jh.beseitigt

Staphylokokken, traubenförmig angehäufte Bakterien, Eitererreger, u. a. Ursache v. Furunkeln.

Staphylom, stellenweise Ausbuchtung der Augenhäute infolge v. Entzündungen, Verletzungen (nach vorn), bei hochgradiger Kurzsichtigkeit (nach hinten).

Stapß, Friedrich, Kaufmann, * 1792, nach einem Attentat auf Napoleon I. 1809 erschossen.

Star, 1) „Stern“, Bühnengröße; 2) Augenkrankheiten: grauer S., Linsentrübung, bes. im Alter; grüner S. (Glaukom), Erhöhung des innern Augendrucks, führt zur Erblindung.

Star, Singvogel, 21 cm, schwarz mit Metallschimmer, nach Mauser hellgetüpfelt.

Stargard, pomm. St., östl. Stettin, 33 000 E.

Starhemberg, 1) Ernst Rüdiger, Graf, 1638–1701; Verteidiger Wiens gegen die Türken 1683; 2) Ernst Rüdiger, Fürst, * 1899; 1930 u. 1931 Führer der österr. Heimwehr, 1930 Innenmin.

Stark, Johannes, Physiker, * 1874.

Stärke, im Pflanzenreich weitverbreitetes Kohlehydrat; bildet mit heißem Wasser Kleister, unter Druck lösl. S., trocken erhitzt Dextrin, mit verdünnten Säuren, auch mit Fermenten Dextrin u. Traubenzucker; gewonnen aus Kartoffeln, Weizen, Reis, Mais durch Waschprozesse.

Starkenburg, hess. Prov., 3028 qkm, 634 621E; Hptst. Darmstadt.

Starkstromtechnik (↑ Tafel Sp. 728), Gebiet der Elektrotechnik, das sich mit der möglichst verlustlosen Übertragung u. Umformung elektr. Energie beschäftigt. Formen elektr. Energie: 1) Gleichstrom. Die wirksame EMK (elektromotor. Kraft) u. der Strom sind immer gleich gerichtet. Verwendung in Netzen kleinern Umfangs. 2) Wechselstrom. Die EMK (Sp) ändert sich sinusförmig (wellenförmig; ↑ Abb. 1), ebenso der Strom (Str). Eine volle Welle heißt. eine Periode. Periodendauer fast immer 1/50 sek, d. h. die Frequenz beträgt 50 Hertz (Perioden in 1 sek). Stromänderung u. -wechsel erfolgen daher so schnell, daß für Abnehmer unbemerkbar. Alle Instrumente u. Apparate richten sich nach dem Effektivwert mit etwa 70% des Höchstwertes der Welle. Wenn die Änderungen v. Strom u. Spannung gleichzeitig (gleichphasig) verlaufen, gilt auch hier Leistung gleich Spannung mal Strom (Abb. 1), z. B. f. den Verbrauch in Lampen und Heizwiderständen. Bei Einschaltung v. Magnetspulen od. Kondensatoren ist jedoch der Verlauf v. Spannung und Strom nicht gleichphasig (Abb. 2), sondern hat eine Phasenverschiebung (φ). Dann ist Leistung gleich Spannung mal Strom mal Leistungsfaktor, der bei Sinusform der Wellen d. trigonometr. Funktion cos φ gleich ist. 3) Drehstrom (Dreiphasenstrom) ist die Verkettung v. drei Wechselströmen (Mehrphasenstrom), deren Spannungen je um ⅓ einer Periode gegeneinander verschoben sind (Abb. 3). Die Verkettung (Abb. 4) erfolgt in Sternschaltung mit 4 Leitungen od. in Dreieckschaltung mit 3 Leitungen. 4) Niederspannung u. Hochspannung. Die gleiche Leistung v. z. B. 220 kW = 220 000 Watt kann bei 220 Volt mit 1000 Ampere, aber auch bei 220 000 Volt (= 220 Kilovolt) mit 1 Ampere übertragen werden Da v. der Stromstarke der Leitungsquerschnitt, also der Materialverbrauch abhängt, kann bei weiter Entfernung durch Hochspannung viel gespart werden, die Übertragung wird erst dadurch wirtschaftlich. Dagegen sind für den Abnehmer hohe Spannungen unbrauchbar.

Starnberg, oberbayrischer Luftkurort, am S.er See (Würmsee, 57 qkm), 4800 E.

Starosten, poln. Verwaltungsbeamte, entsprechend dem dt. Landrat.

Starr heißt in der Physik ein Körper, bei dem die Abstände sämtl. Massenpunkte voneinander durch die wirkenden Kräfte nicht verändert werden.

Starrkrampf (Wund-S.), durch Gift des Tetanusbazillus, der m. Verunreinigungen in Wunden eindringt. Langdauernde Krämpfe zahlreicher Muskelgruppen.

Stars and stripes, „Sterne u. Streifen“, Flagge d. USA.

Start, Anfang eines Wettrennens; Ablaufstelle der Pferde, Läufer usw.

Starter, 1) Teilnehmer an einem sportl. Wettkampf; 2) wer das Zeichen zum Beginn v. Wettlauf, Wettfahren usw. gibt.

Staßfurt, St., südl. Magdeburg, 16 000 E; Steinsalz, Kali.

Staten Island, Insel in der NewYork-Bai, 181 qkm.

Statik, Lehre v. Gleichgewicht der Körper; ↑ Mechanik, ↑ Graphostatik.

Station, Aufenthalts-, Standort; Haltestelle.

Stationär, ortsfest, den Standort bewahrend.

Stationsbilder, an den Haltestellen d. Prozessions-(Stations-)weges angebrachte, gemalte od. plast. Bilder v. Leidensweg Christi. ↑ Taf. I Sp.584.

Statiös, stattlich; prunkend.

Statisch, stillstehend; auf Statik bezügl.

Statist, stumme Bühnenperson.

Statistik, durch systemat. Massenerhebung gewonnene, zahlenmäßige Angaben über einen Tatbestand aus einem Forschungsgebiet (Bevölkerungslehre, Medizin, Vererbungsforschung, Psychologie, Politik usw.), od. auch das Verfahren zur Gewinnung des Zahlenmaterials. Die Ergebnisse der S. werden häufig graphisch dargestellt, bes. durch Linien- u. Flächendiagramme. Durch Aneinanderreihung von z. B. jährl. erhobenen statist. Massen gleicher Art gewinnt man statist. Reihen, die vielfach dch. Mittelwerte gekennzeichnet werden. Da sich auf dem Gebiet der S., bes. der Bevölkerungs-S., eine gewisse Konstanz der Zahlen u. Zahlenverhältnisse zeigt, hat man zur Erklärung das Gesetz der großen Zahl herangezogen, das besagt: je größer die Versuchszahlen sind, desto mehr tragen sie zur Aufhebung der Wirkung von zufälligen Ursachen bei. Nach G. v. Mayr teilt man die S. ein in Bevölkerungs-, Moral-, Bildungs-, Politische u. Wirtschafts-S.

Statistische Gebühr, seit 1906 erhoben v. schriftlich anzumeldenden Waren bei Aus- u. Einfuhr.

Statistisches Reichsamt, Berlin, statist. Zentralbehörde des Dt. Reiches, 1872 gegr.

Stativ, Gestell für physikal., chem. (↑ Taf. Sp. 88), Photographen- u. a. Apparate.

Stato della Città del Vaticano, seit 1929 Name des Kirchenstaats.

Statue, vollplast Darstellung eines Menschen (Gegensatz: Relief).

Statuieren, festsetzen, bestimmen; ein Exempel s., ein warnendes Beispiel aufstellen.

Statur, Gestalt, Wuchs.

Status, Stand, Zustand, Vermögensstand; s. nascendi, Entstehungszustand; s. quo, Zustand, in dem sich etwas befand oder befindet; s. quo ante (bellum), Stand vor (dem Krieg).

Statut, Satzung, Gesetz; statutarisch, auf S. beruhend.

Staub, Herm., Jurist, 1855–1904; „Kommentar zum HGB.“.

Staubfall, Regen mit gelbl. Staub vermischt; Staub, meist aus der Sahara u. dem Sudan, zuweilen bis nach Europa verfrachtet.

Staubgefäße, die den Blütenstaub erzeugenden Organe in den Blüten der Blütenpflanzen (↑ Taf. Sp. 73).

Staubregen = Staubfall.

Staubsauger, Apparat zur Entfernung des Staubes mittels Ansaugens.

Stauden, mehrjähr. Pflanzen, deren oberird. Teile im Herbst absterben; im engern Sinn die ausdauernden krautigen Zierpflanzen.

Stauen, Ladung in den Schiffsraum packen; auch Zurückhalten fließender Gewässer durch Stauanlagen.

Stauer, wer gewerbsmäßig das Beladen v. Schiffen besorgt.

Staufer = Hohenstaufen.

Stauffacher, Werner, sagenhafter Teilnehmer des Rütlischwurs (1307).

Stauffer-Bern, Karl, schweiz. Maler u. Bildhauer, 1857–91.

Staupe, Hundekrankheit, oft tödlich, mit Lungenentzündung, Darmleiden od. Lähmung (nervöse S.).

Stäupen, züchtigen.

Stauungsbehandlung, durch Abbinden eines Gliedes mittels Gummibinde erzeugte Blutstauung, bes. zur Bekämpfung v. Entzündungen. Auch durch schröpfkopfähnliche Saugapparate (Saugbehandlung) kann man, z. B. bei Behandlung v. Furunkeln, Brustdrüsenentzündung, eine örtl. Blutstauung hervorrufen u. Eiter aus geöffn. Herden absaugen,

Stavanger, südwestnorw. St., 47 000 E; Fischkonservenind.

Stavenhagen, Fritz, niederdt. Dramatiker, 1876–1906; „Mudder Mews“, „De ruge Hoff“.

Bild: Gemeiner Star.

Bild: Stapelia.

Bild: Starkstromtechnik : Abb. 1–3. Starkstromtechnik.

Bild: Abb. 4. Stern und Dreieckschaltung.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 615–616. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0362.jpg&oldid=2959254 (Version vom 1.12.2016)