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Starkstromtechnik

1. Braunkohlengrube.

2. Kesselhaus.

3. Generator.

4. Umspannanlage.

5. Freileitung.

6. Transformatorenhäuschen.

7. Einführung.

8. Schalttafel.

9. Elektrische Küche.


Die Erzeugung der elektrischen Energie geschieht im Kraftwerk (Zentrale); als Energiequelle für die Antriebsmaschinen dienen Wasserkräfte (s. Wasserkraftmaschinen) und Brennstoffe; danach unterscheidet man Wasserkraft- und Wärmekraftwerke. Letztere legt man neuerdings meist an den Ort des Brennstoffvorkommens, z. B. in die Nähe einer Braunkohlengrube, weil die Fortleitung der elektrischen Energie auf große Strecken wirtschaftlicher ist als die Beförderung der Brennstoffmengen (namentlich bei minderwertigen Brennstoffen).

Von der Kohlengrube (Abb. 1), in der die Braunkohle nach Wegräumen des Deckgebirges (Abraum) durch Bagger gewonnen und in Transportwagen verladen wird, gelangt die Rohkohle unmittelbar ins Kesselhaus (Abb. 2) und wird dort in Bunkern über den Kesseln gelagert. Aus den Bunkern wird die Kohle durch automatische Vorrichtungen den Kesselfeuerungen zugeführt. Neuerdings sind die Dampfkessel zuweilen mit Kohlenstaubfeuerungen versehen; dann wird die Rohkohle zunächst getrocknet und zu feinem Staub vermahlen, der durch Gebläse der Kesselfeuerung zugeführt wird. Als Dampferzeuger dienen in Großkraftwerken in der Regel Steilrohrkessel, als Kraftmaschinen werden fast ausschließlich Dampfturbinen verwendet. Mit dieser gekuppelt ist der Stromerzeuger (Dynamo, Generator; Abb. 3). Weitaus der größte Teil der elektrischen Energie wird als Drehstrom erzeugt, der sich leicht auf die hohe Übertragungsspannung umspannen läßt. Die in den Generatoren erzeugte elektrische Energie wird in der Schaltanlage überwacht und geschaltet. Da die Spannung der Generatoren bei Drehstromanlagen nur etwa 5000 Volt betragen kann, muß sie für die Weiterleitung erhöht werden. Dies geschieht in der Umspannanlage (Abb. 4), wo die Übertragungsspannung (bei Überlandzentralen heute 110000 bis 220000 Volt) aus der Maschinenspannung in Transformatoren gewonnen wird. In die Umspannanlage sind auch die als Ölschalter ausgebildeten Hauptschalter der Anlage eingebaut.

Der hochgespannte Strom wird meist durch Freileitungen (Abb, 5) dem Versorgungsgebiet zugeführt; in Großstädten verwendet man zur Weiterleitung meist Kabel, die aber nur Spannungen bis etwa 30000 Volt zulassen. Für den Verbraucher muß die hohe Übertragungsspannung auf die Gebrauchsspannung (bei Drehstrom 220 bzw. 380 Volt) heruntertransformiert werden. Dies geschieht wieder mittels Transformatoren, die bei Überlandversorgungen meist in kleinen Transformatorenhäuschen (Abb. 6) untergebracht sind. Ist das Verbrauchernetz ein Gleichstromnetz, so muß der Drehstrom in einer Umformerstation erst in Gleichstrom umgewandelt werden. Die Zuführung des Gebrauchsstroms zu den einzelnen Verbrauchern geschieht in Städten durch Kabel, auf dem Lande durch Freileitungen und erfolgt mittels der Einführung (Abb. 7). Hinter der Einführung befinden sich die Hauptschalter, Sicherungen und Elektrizitätszähler (für Licht- und Kraftstrom; Abb. 8), von denen aus die einzelnen Verbrauchsstellen (Abb. 9) mit Strom versorgt werden.


Vorlagen zu Abb. 1, 2, 5, 7, 8 von Brown, Boveri & Cie. A.-G-., Mannheim; zu Abb. 3, 4, 6, 9 von Siemens-Schuckertwerke A.-G-., Berlin.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Seite XXX. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0425.jpg&oldid=2893927 (Version vom 18.8.2016)