Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/20

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

gegen neue und nicht sofort gewinnbringende Investitionen, tief eingewurzelt während der langen Dauer fast konkurrenzloser Beherrschung der Märkte durch die englischen Industrien, mußte zur technischen Rückständigkeit führen, seitdem die amerikanische und die deutsche Industrie, die einen Markt erst zu erobern hatten, mit ganz anders geartetem Wagemut ein wesentlich beschleunigtes Tempo für die industrielle Verwertung technischer Fortschritte bestimmen. Wenn von den ehemals führenden großen englischen Industrien nur eine, die Textilindustrie, ihren alten Rang hat behaupten können, wenn namentlich die Metallindustrien und die chemische Industrie von der deutschen und der amerikanischen Konkurrenz längst überflügeIt sind, so ist die Erklärung hierfür, nach so kompetentem Urteil, wie es das der Moseley-Kommission ist, in der technischen Rückständigkeit der englischen Industrie zu suchen. Aber die Parole, die diese Kommission als Endergebnis ihrer Studie ausgegeben hat: Ausrangieren! Hat praktisch doch nur wenig Beachtung gefunden.

Die Beziehungen zwischen diesen, nicht gleichartig verlaufenden Linien produktiver Kräfteentfaltung und unserem Thema sind naheliegend. Wie der Krieg dem gesamten nationalen Leben eine einseitige Zweckrichtung gibt, so stellt er alle produktiven Kräfte des Landes vor die eine Aufgabe: Deckung des Kriegsbedarfes. Dieser Aufgabe konnten in Deutschland die zur höchsten Leistung erzogenen Produktionskräfte in dem Maße

Empfohlene Zitierweise:
Julius Landmann: Die Kriegsfinanzen der Großmächte. Buchdruckerei zum Basler Berichtshaus, Basel 1915, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/20&oldid=- (Version vom 1.8.2018)