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Liste.png Ernst Ludwig Leithiger: Das Vogelsberger Rind und seine Zucht

Zu den Preisverteilungen sind dann weitere Mittel nötig. Wenn nur alle 3 Jahre eine Viehschau abgehalten wird, wenn dieselben aber gleichzeitig den Zweck verfolgen sollen, das beste Vieh dem Zuchtgebiete zu erhalten und in demselben das Hochzuchtmaterial zu schaffen, dann müssen hohe Preise – erste Preise nicht unter 100 Mark – mit der Bedingung ausgegeben werden, daß das prämiierte Vieh innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes nicht aus dem Zuchtgebiet exportiert werden darf. Unter 1200–1500 Mark dürfte, selbst bei dem heutigen Stand der Zucht, eine solche Viehschau für den einzelnen Kreis kaum durchzuführen sein.

Weiterhin müßten die Zuchtregister, die Sprungscheine, Probemelkregister etc. möglichst unentgeltlich an Private und Ortsgruppen abgegeben werden.

Also ohne Geld ist hier nichts zu erreichen; wenigstens erscheinen mir die vereinzelt durchgeführten Viehschauen, ohne die oben angedeuteten weiteren Ziele, als Flickwerk, so viel Gutes sie auch bisher zur Hebung unserer Viehzucht geleistet haben. Aber auch auf diesem Gebiete wird mehr und mehr ein planmäßiges Vorgehen Platz greifen müssen, wobei die lokalen Verhältnisse der betreffenden Kreise doch nach jeder Richtung hin berücksichtigt werden können.

Die Zuchtbestrebungen für das Vogelsberger Vieh in die richtigen Wege zu leiten, die Mittel hierfür weiterhin flüssig zu machen, eventuell auch die Regierungen hierfür weiterhin zu interessieren, ist die zunächst zu verfolgende Aufgabe. Unsere Landwirte haben Sinn und Verständnis für viehzüchterische Bestrebungen. Diese Eigenschaften kommen aber bei dem vorherrschenden Kleingrundbesitz nicht zu ihrer vollen Wirksamkeit. Sie müssen daher in planmäßiger Weise zusammengefaßt werden, dann kann der Erfolg nicht ausbleiben.

Empfohlene Zitierweise:
Ernst Ludwig Leithiger: Das Vogelsberger Rind und seine Zucht. Emil Roth, Gießen 1896, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Leithiger_-_Vogelsberger_Rind.pdf/50&oldid=- (Version vom 1.8.2018)