Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/100

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„Du bist mir schon recht, sagte der Prinz; willst du mir dienen, so ziehe mit mir. Da zog der Mann mit ihm.

Als sie weiter gekommen waren, fanden sie Einen, der lag auch auf der Erde und hielt sein Ohr an die Erde.

„Was machst du da?“ fragte der Prinz.

„Ich horche ein Bißchen, antwortete der, was sie tausend Meilen von hier stampfen und toben und blasen. Es wird wohl eine Schlacht sein, denn es sind so viel Huftritte und Menschentritte und Schwerdtergeklirre dabei. – Man heißt mich den Horcher.

„Was macht man am Hofe der bösen Königin jetzt?“ fragte der Prinz.

Der Horcher legte sein anderes Ohr an die Erde und horchte. „Eben jetzt, sagte er darauf, knappen sie einen Freier den Kopf ab, der gestern um die Prinzeßin geworben hat, und hat das erste Bund (Aufgabe) nicht lösen können, das ihm gegeben ward. So hör ich die Leute sprechen.“

„Geh mit, wenn du mir dienen willst,“ sagte der Prinz. Da ging er denn auch mit.

Alle drei zogen fürder, und fanden Einen, der sich der Länge lang ausgestreckt hatte, und war so lang, daß man eine halbe Viertelstunde gehen mußte, ehe man vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen wieder bis zum Kopfe kam.

„Was tausend bist du lang!“ sagte der Prinz; der aber antwortete: „das ist noch gar nichts, denn wenn ich mich recht ausdehnen will, sehe ich weit über die höchsten Berge hinweg.“

„Wenn du mir dienen willst, so gehe mit,“ sagte der Prinz. Da ging er denn auch mit.

Als die Vier weiter gingen, saß Einer mit verbundenen Augen da, und der Prinz fragte: „Warum hast du das Tuch um die Augen?“