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Getöse, nicht einmal das Wiehern der Pferde hörten. Dann bestieg er mit einem Knappen den Pariner Berg und zeigte sich denen in der Burg am vierten Morgen mit den verabredeten Signalen. Die aber freuten sich nicht wenig, denn sie hatten schon gehört, daß der Fürst gefangen sei. Nachdem er nun die Stellung der Feinde genugsam erforscht, führte er seine Schaaren nach Travemünde, und zog den Weg hinauf, wo die Rügianischen Reiter, die täglich erwartet wurden, ankommen sollten. Es war aber am Morgen des 1. August. Als die Belagerer das Heer kommen sahen, rückten sie ihm jubelnd entgegen; aber sie wurden bei Siems völlig geschlagen, während die Leute aus der Stadt ihnen in den Rücken fielen und Feuer in die Schiffe warfen. Da wurden an 6000 erschlagen, und fast eben so viele ertranken im Wasser. Die Todten aber wurden in einen großen Hügel zusammengebracht und beschüttet, der heißt noch der Ranen- oder Rugenberg, und darf noch kein Pflug darüber hingehn. Alle Jahr aber am 1. August wurde dort ein großes Fest auf Anordnung König Heinrichs gefeiert.

Empfohlene Zitierweise:
Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/12&oldid=- (Version vom 1.8.2018)