Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/234

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
118. Die Greveraden.

1455 ist Herr Alf Greverade in den Rath gekoren. Deß Vater war ein guter vom Adel aus dem Lande zu Jülich, doch arm wegen der vielen Kriegshändel, die er getrieben. Da hat sich der Sohn bei vornehmen Leuten zu Lübeck in Dienst begeben, und ist ein ausbündig reicher Mann geworden.

Dieses Geschlecht der Greveraden ist zu Lübeck so groß geworden, daß sie eine sonderliche Kumpanie, wie die Junker, gehalten in ihrem eignen Hause, in der Königstraße an der Hüxstraßen Ecke, zum gülden Hirsch genannt.

1490 hat auch ein Kaufgesell von Lübeck, N. Greverad, Herrn Alfs Vetter, auf dem Contor zu Brügge den Prinzen Maximilian wegen der ganzen Nation der Osterlinge auf seine eignen Kosten zu Gast gehabt, ihn herrlich wohl tractiert, und über das den ganzen Abend ein Schornsteinfeuer gemacht von lauter Kaneelholz, um des köstlichen Geruchs willen.

Gleichwohl ist er im Elend verstorben.

Empfohlene Zitierweise:
Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 228. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/234&oldid=2911880 (Version vom 7.10.2016)