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120. Die Kirche zu Bergen.

1455 ist die herrliche Kirche zu Bergen in Norwegen abgebrannt, nachdem sie von den deutschen Kaufleuten daselbst angezündet worden. Denn es war ihrer aller Erzfeind Olof Nielßen, ein norbaggischer Ritter, drein gewichen und ihrem Zorn und Grimmigkeit also entlaufen. Da sind sie her, und haben ihn aus der Kirche schmauchen wollen; doch wird das Feuer zu groß, und so ist sie abgebrannt.


121. Er thut’s selber.

1461 nahm Herzog Friedrich von Braunschweig auf freier Straße vier Wagen, die von Lübeck kamen mit großem Gute, worunter viel Silbergeschirr, so einem schwedischen Legaten zuständig. Solches geschah zwischen Nordheim und Göttingen. Es sind auch noch vier andere Wagen dabei gewesen; die wollte er auch nehmen, aber die beiden Städte haben ihm das gewehrt.

Davon ist das Sprüchwort aufgekommen:

Das Rauben und das Stehlen ist jetzo keine Schande;
Der Fürste thut es selber im Braunschweiger Lande.

Empfohlene Zitierweise:
Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 230. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/236&oldid=3348944 (Version vom 1.8.2018)