Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/382

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dafür auch eine große Pension zahlen müssen, hatte keiner was.

Item ward menagiert mit Abkürzung der Soldatengage, da keine Gelder mehr für Lunten ausgegeben wurden, weil alle Flinten hatten u. s. w.

Aber der Schmied heißt Faber, und Tace heißt ein Hängleuchter, und Canis ein Hund: darum halt’ ich den Mund.

Zu changieren fing man auch an auf allerlei Art, allermeist aber in den Kleidern. Die Männer mußten sich nach französischer Modi tragen, und vor allem den Bart stutzen, daß endlich lauter Hans-Ahnbärte daraus wurden; und Hüte, Kleider, Schuhe, Halstücher, alles mußte nach französischer Art sein. Die Weiber aus dem Alterthum hatten dicke krause Kragen mit langen Hoiken voller Falten vom Haupt bis auf den Fuß; und wenn sie die vom Kopf abnahmen, hatten sie einen Gürtel voll kleiner Ringe um den Leib, womit sie den Mantel könnten zuschnüren, daß er an die Füße hängen blieb; auch trugen sie eine große güldne Kette über die Schultern. Die jungen Weiber legten holsteinische Flegen an, ein Orgelpfeifenkragen, worunter Wierdrat, damit er fein breit abstände, und unter demselben hingen güldne Buckeln: die Hauben oder Mützen waren überher mit güldenen Flittern verbrämt: dabei hatten sie Hoiken bis an die Knie auf dem Rücken hängen und eine güldne Kette mit

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Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 376. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/382&oldid=3349106 (Version vom 1.8.2018)