Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/192

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der weit rückwärts in den Unterständen in Bereitschaft liegenden Truppe verbunden, daß die Besetzung rasch und vollständig gedeckt erfolgen kann. Die ständige Besatzung der Schützengräben besteht nur aus einer dünnen Kette von Bewachungs- und Beobachtungsposten, die in den in die Schützengräben eingebauten Unterständen Schutz und Unterkunft finden. Die fortlaufende Linie des Schützengrabens ist von Zeit zu Zeit von einer Schulterwehr durchbrochen, die gegen Flankenfeuer schützt. Besondere Unterstände sind für die Verwundeten eingebaut. Beim Bau der Schützen- und Laufgräben und der Schulterwehren ist darauf Rücksicht genommen, daß der Rücktransport der Verwundeten hinter die Linie gegen Sicht und Feuer gedeckt und bequem erfolgen kann. Zu diesem Zwecke sind auch besondere Zeltbahren erstellt worden. Hinter den Schützenlinien befinden sich in bestimmten Zwischenräumen in den Boden eingegraben, die von den Schützengräben aus durch Verbindungsgräben erreichbaren Latrinen, Einrichtungen, die durchaus nicht nebensächlicher Art sind. Der Reinhaltung der Schützengräben wird große Aufmerksamkeit geschenkt. Wo die Lauf- und Verbindungsgräben, welche die Schützengräben mit den rückwärtigen, in Waldstücken oder hinter Anhöhen angelegten Bereitschaftsunterständen verbinden, vom Feinde eingesehen sind, werden sie als gedeckte Gänge gebaut oder als Tunnels angelegt. Besonders die Straßen, welche die Laufgräben durchschneiden, werden

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 188. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/192&oldid=- (Version vom 1.8.2018)