Seite:OAB Sulz.djvu/015

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namhafte Felsengruppen, wie der gähnende Stein bei Sulz, der Bollerfelsen bei Aistaig etc., bietet. Besonders reich ist der Bezirk an Punkten, die weite, anziehende Aussichten gestatten, wie z. B. auf dem Dickeberg bei Bergfelden, bei der Binsdorfer Loretto-Kapelle, auf der Anhöhe nördlich von Boll, wo ein großer Theil der nicht sehr fernen Alp und der obere Schwarzwald sichtbar ist, auf der Höhe von Dürrenmettstetten mit einer Aussicht nicht nur über den Bezirk, sondern auch über den kleinen Heuberg hinweg an die Alp und gegen Westen an den mittleren Schwarzwald, ebenso auf dem sog. kalten Feld südöstlich von Hopfau, auf dem kleinen Heuberg bei Isingen erschließt sich dem Auge eine reizende Aussicht an die Alp (vom Plettenberg bis an die Achalm), an die Appenzeller Schneegebirge und theilweise an den Schwarzwald, auf der Hochebene von Rosenfeld, Bickelsberg, Leidringen finden sich allenthalben Punkte mit reizenden Aussichten, auf dem Walde Tonau bei Vöhringen etc.


4. Boden.

Die sehr verschiedenen Bodenarten des Bezirks dürfen im Allgemeinen als mittelfruchtbar bis fruchtbar bezeichnet werden; sie sind bedingt durch die mannigfaltigen Gebirgsschichten, die in dem Bezirk zu Tage gehen und aus deren Zersetzungs- und Verwitterungsproducten sie mit Ausnahme der Diluvial- und Alluvialablagerungen bestehen. In dem nordwestlichen Theil des Bezirks, der noch zum Saum des Schwarzwaldes gehört, treten in den tiefer eingeschnittenen Thälern die rothsandigen, minder fruchtbaren Böden (Verwitterung des bunten Sandsteins) auf. Über ihnen erscheinen an den Gehängen die unfruchtbaren Zersetzungen der Wellenmergel und Wellendolomite, die sich bei Sterneck bis auf die Höhen ziehen und dort langgestreckte Hügel bilden. Die fruchtbarere Verwitterung der Salzgruppe tritt hier über der letzteren Bodenart an den Gehängen in nicht bedeutender Ausdehnung zu Tage und bald erscheinen kalkreiche, fruchtbare Böden (Zersetzung des Hauptmuschelkalks), die sich nicht nur an den oberen Thalgehängen, sondern über die weiten Hochflächen bei Fürnsaal, Dürrenmettstetten, Dornhan, Marschalkenzimmern, Sulz, Weiden, Boll und über einen großen Theil des sog. Mühlbachs geltend machen. An Stellen, wo die Dolomite auftreten, wie theilweise bei Dürrenmettstetten, Dornhan, Sigmarswangen, Bergfelden, Vöhringen, Mühlheim etc., wird der Boden leicht und erscheint ein sog. Malmboden, der bei einer günstigen Mischung mit Lehm sehr ergiebig ist. An mehreren Stellen der Muschelkalk-Hochebene

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 015. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/015&oldid=- (Version vom 1.8.2018)