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1862 Mitteltemperatur des Winters + 02,361 °R
Jahres + 09,647
höchster Thermometerstand (27. Juli) + 25,5
tiefster            „            (20. Januar) 10,5

Demnach zeigt die Jahrestemperatur von Stuttgart

1860 gegen Kirchberg eine höhere Temperatur von 1,986 °R
1861 1,639
1862 1,997

Aus dieser Vergleichung ergibt sich, daß die Wärmeverhältnisse des Bezirks im Verhältniß zu der höheren Lage als sehr günstige bezeichnet werden können.


6. Gebirgsarten, Versteinerungen und Mineralien.

Die geognostischen Verhältnisse des Bezirks gehören zu den interessanteren des Königreichs und verbreiten sich, abgesehen von den Diluvial- und Alluvialbildungen, in der Reihenfolge von unten nach oben von dem bunten Sandstein bis zu dem Liasschiefer (Posidonienschiefer).

1. Der bunte Sandstein erscheint nur in dem nordwestlichen, an den Schwarzwald grenzenden Theile des Bezirks und bildet dort im Glatt-Thale und dessen Seitenthälern die unteren Thalgehänge, während er an keiner Stelle die Hochebene oder die Bergrücken erreicht. Es treten nur die drei oberen Schichten der Formation (Thonsandstein, Plattensandstein und rothe Schieferletten) zu Tage, die an mehreren Stellen abgebaut werden und, wie oberhalb Hopfau und bei Leinstetten, theils gute Bau- und Werksteine, theils gesuchte Platten liefern; die oberste Schichte, die rothen Schieferletten, werden zuweilen zur Besserung anderer Bodenarten verwendet. Über dem bunten Sandstein entwickelt sich

2. Die Muschelkalkformation, die mit den dolomitischen Wellenkalken und Mergeln beginnt, im Allgemeinen als ein schmales Band an den Thalgehängen um Hopfau und Leinstetten über dem bunten Sandstein lagernd, und nur in der Gegend von Sterneck, Ober- und Unter-Brändi erreichen dieselben die Hochebene und bilden hier lang hinziehende schmale Bergrücken. In diesen untersten Schichten der Muschelkalkformation kommen häufig Versteinerungen (meist nur Steinkerne) vor und an manchen Aufschlüssen finden sich zahlreich: Gervillia socialis, Terebratula vulgaris, Plagiostoma lineatum, Trigonia cardissoides, Myacites musculoides, Arca inaequivalvis, seltener Melania Schlotheimii und noch seltener Ammonites Buchii und Nautilus

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 019. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/019&oldid=- (Version vom 1.8.2018)