Seite:OAB Sulz.djvu/146

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Holz aufgeführt, durchgängig mit Ziegelplatten gedeckt und meist mit steinernen Unterstöcken versehen.

Die am westlichen Ende des Dorfs gelegene Pfarrkirche wurde mit Ausnahme des alten massiven Thurms im Jahr 1746 in einem einfachen Style aus Steinen erbaut und hat hinlänglich Raum für die Ortsgemeinde, wie für den Filialort Brittheim. Das geschmacklos ausgestattete Innere hat außer einem alten, im germanischen Styl gehaltenen Taufstein nichts Bemerkenswerthes aufzuweisen.

Die Kirche ist Eigenthum der Stiftungspflege, welche sie auch im Bau zu unterhalten hat.

Der um die Kirche gelegene mit einer Mauer versehene Begräbnißplatz wurde im Jahr 1850 aufgegeben und dagegen ein neuer unweit des Orts an der Straße nach Sulz angelegt.

Das Pfarrhaus steht frei und angenehm nur 80 Schritte südöstlich von der Kirche; die Unterhaltung desselben liegt dem Staat ob.

Das Schulhaus, ein 2stockiges Gebäude, welches 2 geräumige Lehrzimmer enthält, wurde im Jahr 1838 in der Nähe des Pfarrhauses erbaut; neben demselben steht das Wohngebäude für den Schulmeister; ein Lehrgehülfe unterrichtet ebenfalls an der Schule.

Das Rathhaus liegt mitten im Ort und befindet sich in gutem Zustande.

Ein Gemeinde-Backhaus und 2 Waschhäuser sind vorhanden.

Vorzügliches Trinkwasser liefern 3 laufende und 20 Schöpfbrunnen, überdieß sind noch 6 weitere laufende Brunnen außerhalb des Dorfs vorhanden. In unbedeutender Tiefe kommt man aller Orten auf Wasser, so daß jeder Bürger einen Brunnen an seinem Haus anlegen kann. Der Thalbach fließt durch den südlichen Theil des Orts und ein zweiter, der sich bald mit dem ersteren vereinigt, entspringt in einem kleinen See innerhalb des Orts; beide Bäche versiegen den Sommer über.

Die Staatsstraße von Oberndorf nach Balingen führt durch den Ort und überdieß besteht eine Vicinalstraße nach Sulz.

Die Einwohner sind meist großgewachsene, schöne Leute, die nicht selten ein hohes Alter erreichen; ihre Vermögensumstände, obgleich in neuerer Zeit etwas zurückgekommen, gehören immer noch zu den ziemlich guten. Der vermöglichste Bürger besitzt 30 Morgen Felder und 4 Morgen Wald, der sog. Mittelmann 15–18 Morgen und 1–11/2 Morgen Wald und die Minderbemittelten 2–3 Morgen. Die Haupterwerbsmittel sind Feldbau, Viehzucht und Holzhandel;

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 146. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/146&oldid=- (Version vom 1.8.2018)