Seite:OAB Sulz.djvu/190

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dem bedeutende Flößerei getrieben wird, beherbergt Aale, Forellen, Barben und Krebse. Auch der im Ort einmündende Dobelbach führt Forellen. Das Fischrecht hat größtentheils die Gutsherrschaft und nur der kleinere Theil ist Eigenthum einiger Ortsbürger; die Gutsherrschaft verpachtet ihren Antheil.

Die Einwohner sind im Allgemeinen geordnete, kräftige Leute, die sich vorzugsweise durch Feldbau, Viehzucht und Flößerei ihr Auskommen sichern; ihre Vermögensumstände gehören zu den minder günstigen des Bezirks. Der vermöglichste Bürger besitzt 80 Morgen Felder und 60 Mrg. Waldungen, während die Mittelbegüterten einen Grundbesitz von etwa 18 Morgen Felder und 10 Mrg. Waldungen und die ärmere Klasse 1–2 Morgen haben; einzelne sind sogar ohne Grundbesitz. Mit Ausnahme der Unbemittelsten besitzen alle Ortsbürger eigene Waldungen.

Von den Gewerben ist es hauptsächlich die Flößerei, welche dem Ort Verdienst bringt, die übrigen beschränken sich, mit Ausnahme von 2 Mühlen, 2 Sägmühlen, 2 Schildwirthschaften und eines Krämers, nur auf die nöthigsten Handwerker, von denen die Weber am zahlreichsten vertreten sind.

Die nicht große Markung, von der noch ein namhafter Theil mit Wald bestockt ist, hat im Durchschnitt eine sehr unebene Lage und besteht größtentheils aus den hohen steilen Gehängen gegen die Thäler der Glatt und des Dobelbachs. Die Einwohner besitzen indessen auch viele Güter auf Sulzer Markung. Der Bau der Felder ist sehr beschwerlich und auch der eben gelegene Theil der Markung auf der Höhe bei Brachfeld ist wegen der größeren Entfernung und wegen der Steigen, welche dahin führen, schwierig zu bebauen.

Der Boden ist im Allgemeinen mittelfruchtbar, meist schwer, steinig und nicht tiefgründig; er besteht auf der Anhöhe und an den oberen Gehängen aus den Verwitterungen des Hauptmuschelkalks und des Muschelkalkdolomits, denen eine mäßige Beimengung von Lehm zukommt; in der Mitte der Abhänge beginnt der Boden schwer und thonig zu werden und am Fuß der Abhänge tritt ein rother Thon- und Sandboden auf (Zersetzung des bunten Sandsteins und des rothen Schieferlettens).

Auf der Markung befindet sich 1/4 Stunde oberhalb des Orts im Glatthale ein bunter Sandsteinbruch, der Bau- und Werksteine, zuweilen auch Schleifsteine liefert; überdieß ist an der Steige nach Dürrenmettstetten ein Tuffsteinbruch aufgeschlossen.

Die Luft ist etwas rauh und feucht; feinere Gewächse wie Gurken

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/190&oldid=- (Version vom 1.8.2018)