Seite:OAB Sulz.djvu/265

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Die Weide ist nicht ausgedehnt und wird nur für Schafe, welche die Ortsbürger laufen lassen, benützt, was der Gemeinde etwa 300 fl. und die Pferchnutzung 600 fl. einträgt; es werden theils Landschafe, theils Bastarde gehalten und der Verkauf der Wolle wie der Abstoß der Schafe geschieht meist auf den Schafmärkten in Sulz.

Die Pferdezucht, welche sich mit einem gewöhnlichen starken Landschlag beschäftigt, ist nicht bedeutend; die Stuten werden auf die Beschälplatte nach Sulz geführt.

Von namhafter Ausdehnung ist die Rindviehzucht, welche durch vier von der Gemeinde in einem besonderen Gebäude aufgestellte Schweizerfarren veredelt und nachgezüchtet wird. Mit Vieh wird ein lebhafter Handel auf benachbarten Märkten getrieben.

Schweinezucht ist unbedeutend und der Bedarf an Ferkeln wird meist von Außen bezogen.

Die von unbemittelten Familien der Milch wegen getriebene Ziegenzucht ist im Zunehmen begriffen. Die Bienenzucht ist von einigem Belang.

Durch den Ort führt die Vicinalstraße von Sulz nach Rosenfeld, von der eine weitere nach Binsdorf abzweigt, überdieß gehen Vicinalstraßen nach Bergfelden und eine über Bochingen nach Oberndorf; von letzterer geht eine Vicinalstraße nach Wittershausen ab.

Die Gemeinde besitzt 2000 Morgen Waldungen, von deren in 700 Klaftern bestehenden Ertrag jeder Bürger 1 Klafter erhält; der Rest wird als Langholz verkauft, was der Gemeindekasse etwa 3 bis 4000 fl. einträgt.

Die Allmanden tragen der Gemeinde 290 fl. jährlich ein.

Vöhringen kommt erstmals vor im Jahr 772, da das Kloster Lorsch einen hiesigen Grundbesitz erhielt (in pago Alemannorum in Faringer marca Cod. Laur. nr. 3299). Das Kloster Alpirsbach bekam 1095 bei seiner Gründung von seinen Stiftern ein Gut und Leibeigene (in Ueringen), welche Schenkung 1125–27 erneut und am 12. April 1101 von P. Paschalis II. bestätigt wurde (Wirt. Urk.-Buch 1, 315. 363. 328). Dem Kl. Reichenbach wurde um 1120 eine hiesige Hube (in Feringen) zu Theil (Wirt. Urk.-Buch 2, 409).

Kirchensatz und Zehnte waren ursprünglich gräflich Sulzisch, sodann Geroldseckisch (1420 vorübergehend gräflich Zollerisch. Reiner, Geneal. des Hauses Hohenzollern 48).

Vom 6. Merz 1463 ist eine Dotationsurkunde der hiesigen Pfarrei. An dem Zehnten hatte Württemberg schon frühe lehensherrliche

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 265. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/265&oldid=- (Version vom 1.8.2018)