Seite:OABacknang.djvu/114

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Herzogthums v. J. 1577 erscheint der Bezirk zum Specialat Marbach und zur Generalsuperintendenz Lorch gehörig, an die Stelle der letzteren trat i. J. 1599 diejenige von Adelberg und wurde derselben i. J. 1695 eine eigene Specialsuperintendenz Backnang untergeordnet. Den 3. Nov. 1810 wurde diese dem neuerrichteten Generalat Heilbronn zugetheilt.

Manche Gemeinden, beziehungsweise Parcellen, welche heutzutage zum Dekanatamte Backnang gehörten, standen früher unter anderen Dekanaten, so Neufürstenhütte als Filial von Wüstenroth unter dem Dekanat Weinsberg, Rietenau unter dem Dekanat Marbach, Althütte, Schöllhütte, Nonnenmühle als Filialien von Rudersberg unter dem Dekanat Schorndorf. Jetzt umfaßt das Dekanat Backnang das gesammte Oberamt mit folgenden Ausnahmen: es gehören Stiftsgrundhof, Filial von Erbstetten, zum Dekanat Marbach und Vorder-Büchelberg, Filial von Wüstenroth, zum Dekanat Weinsberg.

Die beiden im Oberamte befindlichen noch neueren katholischen Pfarreien Ebersberg und Oppenweiler gehören zum Dekanat Gmünd.


3. Besondere Schicksale.

Die besonderen Geschichtsereignisse des Bezirkes, welche übrigens keine hervorragende Stelle in der vaterländischen Geschichte einnehmen, gruppiren sich um die Städte Backnang und Murrhardt mit ihren geistlichen Korporationen und finden bei den betreffenden Ortsbeschreibungen ihre Darstellung.


4. Alterthümer.
A. römische.

Durch den östlichen Theil des Oberamtsbezirks führt schnurgerade in einer Länge von 31/2 Stunden der überrheinische römische Grenzwall (Limes transrhenanus), von dem Volke hier meist der „Schweingraben“ [1] genannt; in andern Gegenden trägt er die Benennungen „Teufelsmauer, Pfahlgraben, Pfahlhecke, Landgraben, Heerhecke“ etc.

Diese römische Grenzmarke, welche einst das römische Zehentland

  1. Die Benennungen Schweingraben und Teufelsmauer gründen sich auf eine Volkssage, nach welcher der Teufel den Herrn gebeten habe, ihm eine Strecke Land, welche er in einer Nacht, bevor der Hahn krähe, mit einer Mauer oder Graben umfassen könne, als Eigenthum zu überlassen. Nach erhaltener Einwilligung soll nun von dem Teufel mit Hilfe eines Schweins sein Werk gegonnen, aber vor dessen Vollendung von dem grauenden Tag und dem Hahnenschrei überrascht worden sein, worauf er im Unmuth über sein mißlungenes Unternehmen das größtentheils schon ausgeführte Werk wieder zerstört habe.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 114. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/114&oldid=- (Version vom 1.8.2018)