Seite:OABacknang.djvu/119

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

soli invicto Mithrae Sextus Julius, Decii Filius (ex tribu) Horatia, (cognomine) Florus, (agnomine) Victorinus, tribunus cohortis XXIIII. voluntariorum civium Romanorum templo a solo restituto votum pro se ac suis solvit.

Demnach hat Sextus Julius, der Sohn des Decius, aus der Tribus der Horatier mit dem Zunamen Florus und dem Beinamen Victorinus, Tribun der 24 Kohorte der freiwilligen römischen Bürger den Tempel des Mithras von Grund auf wieder herstellen lassen.

Der Stein ist 3’ 2" hoch, 2’ 1" breit und 1’ dick; er befindet sich seit vielen Jahren im K. Antiquarium in Stuttgart.

2)  D  M
 ASSON  IVSTVS   MIL
 COH  XXIIII  VOL  VIX
 AN  XL   CINTVS  MVS
 SIC  HER  SVA  VOL  F

Diis Manibus. Assonius Justus, miles cohortis XXIIII voluntariorum, vixit annos XL. Quintus (?) Mussicius (?) heres sua voluntate fecit.

Demnach ein Grabstein des 40 Jahre alt gewordenen Assonius Justus Soldat in der XXIIII. Kohorte der Freiwilligen, den ihm sein Erbe Quintus Mussicius (?) setzen ließ.

Den nicht mehr vorhandenen Stein, der auf drei Seiten mit Reliefs versehen war, fand der Abt Johann Schradin am See hinter der alten Abtei.

3)  D   M.
 MEDDILLIO.
 CARANTIO.  PATRI.
 ET.  VICTORINAE.
 MATRI.  CARANTIA
 AELIA.  FILIA  DVLC
 ISSIMA  HERES.
 EX  TESTAMENTO.
 POSVIT

Diis Manibus. Meddillio Carantio patri et Victorinae matri Carantia Aelia filia dulcissima heres ex testamento posuit.

Ebenfalls ein Grabstein, den die Tochter Carantia Aelia ihrem Vater Meddillius Carantius und ihrer Mutter Victorina setzen ließ.

Der Stein befand sich an der Walderichs-Kapelle und wurde zu Ende des vorigen Jahrhunderts von unwissenden Maurern zerschlagen und vermauert. (Über die römischen Denksteine s. auch Württ. Jahrbücher, Jahrg. 1835. Heft I. S. 3 ff.)

Diese interessanten Inschriften weisen nach, daß die 24. Kohorte der römischen freiwilligen Bürger in der bei Murrhardt gelegenen Grenzgarnisonsstadt stationirt war; sie war ohne Zweifel eine Kohorte

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 119. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/119&oldid=- (Version vom 1.8.2018)