Seite:OABacknang.djvu/164

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von 1624 und 1736/44). – Zu Kallenberg verkauften den 29. Dec. 1408 der Edelknecht Fritz von Nippenburg und seine Gattin Anna von Venningen ein Gütlein um 3 Pfd. Heller an das Stift Backnang (St.-A.), der Ort wurde i. J. 1439 mit der Feste Reichenberg von den Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg an Peter und Werner Nothaft verpfändet (Steinhofer 2, 808), bildete wohl schon früher eine Zubehör von Reichenberg und erscheint auch im Landbuch von 1624 als Bestandtheil dieses Amtes. – Lutzenberg gehörte mit den benachbarten Orten des Oberamtes Welzheim: Mannenberg, Klaffenbach u. a. in älterer Zeit zur württembergischen Vogtei Waldenstein und wurde als Theil derselben von Württemberg mehrfach verpfändet; im Jahr 1407 wurde es vom Grafen Eberhard bei Ritter Werner Nothaft und seinem Bruder Hans Nothaft ausgelöst; im Jahr 1433 kam es in Pfandbesitz des Hans von Wernau, 1434 in denjenigen des Kraft von Enslingen (Steinhofer 2, 604. 776. 779). Auch dieser Ort wurde i. J. 1439 mit der Feste Reichenberg verpfändet, indem das zwischen Wattenweiler und Kallenberg genannte Lenzberg wohl als Lutzenberg gedeutet werden muß, und gehörte in der Folge zum Amte Reichenberg. Den 1. Februar 1444 verkauften Hans Alt von Winkenthal und Genossen an das Stift Backnang um 36 Pfd. Heller ihre Hälfte des Gravenhofes allda, von welchem das Stift die andere Hälfte schon besaß (St.-A.); auch noch später erscheint das Stift im Besitze eines Lehenhofes dahier. – Den 23. Februar 1459 erwarb Graf Ulrich von Württemberg unter anderem die Rechte und Güter obigen Stiftes zu Kallenberg, dagegen behielt sich dasselbe bevor die Zehenten zu Kallenberg, Lutzenberg, Althütte und Schöllhütte (O.-A.-Beschr Welzheim 236). An allen vier Orten hatte das Stift noch nach dem Lagerbuch von 1568/69 den großen und kleinen Zehenten, von einem Hofe bezog es für den Heuzehenten ein Gewisses in Geld. – Schöllhütte und Nonnenmühle gehörten zum Amt Ebersberg (Landbb. von 1624 und 1736/44).

Die heutige politische Gemeinde Althütte wurde im Jahre 1819 begründet.

Von den Bestandtheilen der jetzigen Pfarrei Althütte: Pfarrdorf Althütte, Schöllhütte, Nonnenmühle, Voggenhof, Kallenberg, Lutzenberg, Waldenweiler und Schlichenhöfle (die 2 letzten bei der Gemeinde Sechselberg) gehörten früher die 6 erstgenannten zur Pfarrei Rudersberg, die 2 letzten zur Pfarrei Unter-Weissach. Den 29. November 1853 wurde die Pfarrei Althütte, vorerst als ständige Pfarrverweserei gegründet und im Jahre 1862 eine volle Pfarrbesoldung ausgeworfen.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 164. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/164&oldid=- (Version vom 1.8.2018)