Seite:OABacknang.djvu/175

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(Steinhofer 3, 286), woraus Zwistigkeiten zwischen den Belehnten und Graf Ulrichs dritter Gemahlin Margarethe von Savoyen entstanden. Derselben waren nemlich i. J. 1463 die Städte und Ämter Backnang und Winnenden zur Versicherung ihres Widdums eingeräumt worden, unter jenem Amt glaubte sie auch Ebersberg begriffen und protestirte daher gegen diese Abtretung des nutzbaren Eigenthums eines ihr angewiesenen Gutes; durch Vermittlung ihres Sohnes früherer Ehe, des Pfalzgrafen Philipp, brachte sie es dahin, daß die Besitzer zwar den angefangenen Schloßbau vollenden durften, das Gebäude ihr aber zu lebenslänglicher Bewohnung einräumen mußten (Sattler Grafen 3 Forts. 157). Obige Lehensleute nahmen i. J. 1486 mit Einwilligung der Lehensherrschaft in ihre Gemeinschaft und zu Ganerben auf den Konrad Schenk von Winterstetten, Hans Truchseß von Stetten, Ulrich von Flehingen, Gerhart von Thalheim, Otto von Seckendorf und Con von Dürn, allein im J. 1527 vereinigte Wolf von Tachenhausen das ganze Lehen in seiner Person und verglich sich den 28. März 1530 mit dem Stift Backnang, das sämtliche Zehenten vom Lehen bezog und von dem er beanspruchte, daß es ihm wöchentlich eine Messe, desgl. zu gebührender Zeit Predigten auf dem Schloß schuldig sei, dahin, daß er keine weitere Ansprache an dasselbe solle haben, als alle anderen Parochianen, wie dies bisher gewesen. Im Jahr 1531 verkauften seine Erben, Wolf von Tachenhausen der Jüngere und Hans von Massenbach genannt Thalacker als Träger seiner mit Regiswinde von Thalheim erzeugten Kinder das Lehen an Schwigger Thumb von Neuburg, im Jahr 1544 die Vormünder Hans Christoph Thumbs, Diepold Thumbs Sohns, um 2500 fl. an Hans von Frauenberg. Von diesem kam das Schloß mit den Gräben und dem Berg, auch den Gütern am Berg, der Badstube und „den Häusern ob derselben,“ d. h. wohl dem in späterer Zeit allmählig unterhalb der Burg und oberhalb Lippoldsweiler entstandenen Flecken Ebersberg, samt allen Zugehörden, insbesondere der vogteilichen und niedergerichtlichen Obrigkeit in den 50er Jahren an Wilhelm von Massenbach, in dessen Familie es blieb, bis es Valentin von Helmstädt als Gemahl der Helene Marie von Massenbach in deren Namen den 4. Juli 1606 an den Geheimenrath Melchior Jäger von Gärtringen um 6000 fl. verkaufte. Herzog Friederich stellte es demselben den 6. August d. J. als Eigenthum zu, Herzog Johann Friederich überließ ihm den 7. März 1608 die Jagdgerechtigkeit auf groß und klein Wildbrett, verkaufte ihm den 25. Mai d. J. die hohe und malefizische Obrigkeit und befreite den 26. d. M. alle zum Schlosse gehörigen Güter von allen Zehenten. Dem neuen Schloßbesitzer wurden somit sehr weitgehende Rechte eingeräumt, was mit der Zeit zu bedeutenden Verwicklungen führte, da von Seite Württembergs die Territorialhoheit, insbesondere

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/175&oldid=- (Version vom 1.8.2018)