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Feste Reichenberg an die Nothaft verpfändet, war wohl schon früher eine Zubehörde derselben und gehörte später in das Reichenberger Amt (Lagerb. v. 1528).


Jux,

Gemeinde III. Kl. mit 563 Einw , wor. 5 Kath. – Dorf, Filial von Spiegelberg; die Kath. sind nach Oppenweiler eingepfarrt. 21/2 Stunden nördlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Auf den Löwensteiner Bergen liegt auf hohem Bergrücken, der sich zwischen dem Lauterthal und dem Nassachthal hinzieht, in großer Abgeschiedenheit, von zusammenhängenden Wäldern umgeben, der ziemlich zerstreut angelegte Ort. Auf dem nördlich davon gelegenen Juxkopfe genießt man eine sehr umfassende Aussicht gegen Osten, Süden und Westen.

Ein Begräbnißplatz wurde 1861 außerhalb des Ortes angelegt. Das 1805 vom Staat erbaute Schulhaus enthält 2 Lehrzimmer und die Wohnung des Schulmeisters.

Ein Rathhaus wurde 1843 gekauft.

In einem andern öffentlichen Gebäude ist eine Korsettenweberei eingerichtet.

Gutes Trinkwasser liefern stets hinreichend 2 laufende, 2 Schöpf- und ein Pumpbrunnen; auch die Markung hat mehrere Quellen, die alle gutes und weiches Wasser führen; dann fließt darüber der Nassachbach und die Lauter. Ein kleiner Weiher, der abgelassen werden kann, befindet sich beim Orte.

Nach Spiegelberg und Sulzbach sind Vicinalstraßen angelegt. Über den Nassachbach führt eine hölzerne Brücke und ein Steg; sie sind von der Gemeinde zu unterhalten.

Die meist betriebsamen Einwohner sind gesunde gut gewachsene Leute, deren Haupterwerbsmittel neben Landwirthschaft in Baumwollweberei besteht; ihre Fabrikate, namentlich Korsetten, gehen nach Hall, Ludwigsburg, in die Fabrik in Lauterthal, nach Stuttgart und Canstatt. Dann begeben sich viele Einwohner von hier in den Neckar- und Jaxtkreis als Hausirer mit Baumwollwebereien. Schleif- und Wetzsteine werden jährlich etwa 100.000 gewonnen und abgesetzt. Drei Schildwirthschaften und ein Kramladen bestehen.

Die Vermögensverhältnisse sind beschränkt; nur zwei Einwohner besitzen 30–40 Morgen Feld, 15 derselben 8–12, die ärmeren 1–6 Morgen; manche haben gar keinen Grundbesitz. Auf Spiegelberger Markung haben einige Ortsbürger im Ganzen etwa 20 Morgen Güter. Die kleine Markung, von der überdieß noch ein namhafter Theil mit Wald bestockt ist, hat, so weit sie für den Feldbau benützt wird,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 207. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/207&oldid=- (Version vom 1.8.2018)